2015

2015


Tag 47

Muxia - Santiago de Compostela (Bus) Gestern sind wir grad noch rechtzeitig "nach Hause " gekommen, hätten bald die Zeit übersehen, um 22:00 ist in einer Herberge "Zapfenstreich" ;-). Nach dem Frühstück mit dem Bus nach Santiago gefahren, bis dahin hab ich gut geschlafen. Das Wetter ist heut düster und kalt, na klar, Santiago trauert weil wir abreisen. Wir trauern allerdings nicht, freuen uns schon sehr auf daheim :-). Ist was ordentliches los in der Stadt, Musik an jeder Ecke. Unter anderen auch Auftritte von Musikschulen, eine Trommlergruppe fanden wir ganz toll. Einige Bekannte getroffen und gequatscht, Monika und Carsten verfolgen uns oder wir sie :-). Haben an den Jakob nur noch zwei Wünsche, nämlich Alexandra und Wolfgang zu treffen. Einer ging grad in Erfüllung. Beim Essen im Seminario treffen wir Alexandra, juhu. Sie war in Finisterre und bleibt jetzt noch ein paar Tage in Santiago. Die Warterei liegt uns gar nicht, wenn wir ankommen, möchten wir am Liebsten sofort nach Hause, aber es ist ja schließlich kein Wunschkonzert. So, müssen Pilger schaun, bis später,  O + R

wieder in Santiago de Compostela. BateBatuke, tolle Trommlergruppe 🙂
Zum Flughafen (Bus) Santiago - Madrid - Wien (Flug) Unser Flug ist morgen um 6:45. Eigentlich wollte ich in einem Hotel, nahe am Flughafen übernachten und in der Früh, die 2 km hinmarschieren, das war dem Otto zu unsicher. In Santiago im Hotel übernachten, um 3:00 aufstehen und ev. noch ein Taxi suchen, das war mir zu unsicher. Außerdem kann man dann eh nimmer schlafen.  Der Flughafen ist durchgehend geöffnet, supsi, das passt für uns. Sind bereits da, es ist schön warm, die Bar öffnet um 5:00, wir sind nicht alleine und ich kann in Ruhe den Blog beenden. Unsere wunderschöne Wanderschaft ist beendet, die Zeit ist wie im Flug vergangen. Wir danken euch ganz herzlich, dass ihr "dabei" ward. Es ist so eine Freude wenn Kommentare eintreffen, da macht das Schreiben im Blog noch mehr Spass. Wir müssen zu Hause die Eindrücke erst einmal sortieren. Auf der Via de la Plata wird einem nicht fad. Historische Städte, nette Dörfer, freundliche Menschen, eine so unglaublich, abwechslungsreiche Naturlandschaft, die so auffällig sauber gehalten wird, da macht das Wandern richtig Spass. Nette Mitpilger haben wir getroffen, leider oft wieder verloren, da viele, kurze Strecken mit dem Bus oder Taxi fahren. Nur "unsere" Franzosen und Italiener trafen wir immer wieder, da mussten eben "Hände und Füße" herhalten. Österreicher und Deutsche trafen wir selten, mehrere erst auf dem Weg von Santiago nach Muxia, das war schön, endlich einmal tratschen :-). Die Herbergen am Camino waren zeitweise direkt "luxuriös", besonders in der Extrematura, wo es auch die Tiere gut haben und frei herum laufen können. Hier haben Menschen Nachrang und das Vieh Vorrang :-). Mit unseren neuen Rucksäcken haben wir Freundschaft geschlossen und unsere Wanderschuhe haben uns keine Sekunde enttäuscht, leider waren wir undankbar und haben sie kaputt gelatscht. Zuletzt ist das das Wetter noch erwähnenswert, einfach unglaublich. Nur 1x heftiger Regen, die paar Nieseltage haben wir bereits vergessen. Kalt und windig war es manchmal auf der Hochebene und über die Pässe, brrrrrr aber großteils war die Sonne mit uns :-). Na dann, buen camino und Ultreia bis zum nächste Jahr. Wir verabschieden uns und wünschen allen eine schöne Zeit :-). Natürlich wieder ein Dankeschön an PAUZI meinen FREUND ohne dessen Hilfe unser Blog nicht zustande gekommen wäre!!!  

9 Kommentare


Tag 46

Dumbria - Muxia - Santuario de la Barca 22,1 km (1101,5 km) 28.877 Sevilla-Muxia  1.384.685 Schritte Die Zeit vergeht richtig schnell wenn man jemanden zum Tratschen hat. Zum Glück hab ich das in den letzten sechs Wochen nicht verlernt ;-). Nachdem ich bis jetzt keine Wehwehchen hatte und der arme Otto 5 Tage leiden musste, na gut, da hab ich aber auch mitgelitten. Naja, jedenfalls hat sich der Herr Jakob gedacht, das geht gar nicht und hat mir gestern, einen ordentlichen Schmerz ins rechten Knie verpasst :-(. Wer braucht denn das bitte? Der Weg heute war wieder durchgehend ein schöner Wanderweg. Vorbei an kleinen Dörfern wo in zweien, die Haupteinwohner scheinbar Hunde sind. So eine Bellerei, ein Gejaule und Gewinsel, echt arg. Mitten im nirgendwo ein Café, leider die Kaffeemaschine defekt, also Kaffee aus Kanne. Dann kam eine Frage von einem Nachbartisch, seid ihr Renate und Otto????? Monika und Carsten haben uns im Blog gefunden und jetzt in der Pampa. Sachen gibt's, die der Herr Jakob so macht. Noch ein nettes Tratscherl und Ultreia. Vorbei an einem alten Kloster, heute ein Refugio, das angeblich "Camino-Aussteiger" beherbergt. Freundlich haben sie uns zugewunken. Bei einem Abgang sahen wir plötzlich das Meer durch den Eukalyptuswald durchblitzen, bald darauf lag es in  vollen Pracht vor uns. Leider nicht lange, die Pfeile leiteten uns wieder ins Landesinnere, mit ein paar gemeinen Schlingen, von der Straße weg, wieder hin.........und einige Aufstiege gehörten natürlich dazu. Noch durch einen Nadelwald und dann, ein wunderschöner Blick auf Muxia und der dazugehörigen Küste, juhu, unser Wunschziel ist erreicht. Noch schnell ein Platzerl in der Herberge ergattert, uns gesäubert und hinunter zur Kirche an der Küste. So ein schöner, stiller Ort. Zwar viele Touris und Pilger aber man hört nur Möven und die Meeresbrandung, herrlich. Heut gehen wir mit Hannes dem Steirer Fisch und Pulpo essen, darauf freuen wir uns schon. Kurt und Ingrid, die anderen zwei Österreicher haben wir nicht mehr getroffen, schade. Na dann Mahlzeit sagen O + R

die Küste in...
…Muxia...
…mit der Wallfahrtskirche A Virxe da Barca

1 Kommentar


Tag 45

Santa Mariña - Dumbria 24,1 km (1979,4 km) 28.112 Da treffen wir fast 6 Wochen kaum Deutschsprachige und gestern im Schlafraum waren wir sechs. Am Abend gemeinsames Essen, war auch nett. Nur sind wir so verwöhnt von der Via, dass uns das gar nicht geschmeckt hat, so 0815, ohne Liebe. Die ersten 12 km waren bei den letzten beiden Wegen, immer unsere letzten Kilometer. So haben wir den Weg heute ganz anders erlebt und Olveiroa nicht schwitzend und schnaufend erreicht, sondern ganz locker vom Hocker. Der weitere Weg dann, hinauf in die Heidelandschaft, zwar hauptsächlich auf Asphalt aber trotzdem sehr schön. Viele alte bzw. renovierte  Kornspeicher gabs wieder zu sehen. In Hospital beim Kreisverkehr, die Abzweigungen, links nach Finisterre, rechts unser Weg, noch nie gegangen, nach Muxia. Ein wunderschöner Wald-Wiesenweg führte uns nach Dumbria. So eine Ruhe, nur wir zwei in der gut riechenden Natur und die Vögel. Gleich beim Ortseingang steht die gigantische, außergewöhnliche Herberge in den Farben rot und blau. Auch im Innenbereich alles sehr großzügig und es wurde an Kleinigkeiten gedacht die den Pilgern Freude bereiten. Wie etwa in der Dusche Hacken und eine Seifeschale oder beim Waschbecken ein Seifenspender und Einmalhandtücher. Ein großer Garten ist auch dabei, wir bleiben :-). Der nächste Österreicher ist eingetrudelt, ein Steirer, bald sind wir in der Überzahl :-). Müssen schaun ob in der Stadt was los ist. Schönen Tag wünschen O + R

wir gehen re. Richtung Muxia, li. geht es nach Finisterre
Hórreo (Kornspeicher) in Galicien

4 Kommentare


Tag 44

Negreira - Santa Mariña 22,9 km (1055,3 km)  28.112 Gestern waren wir Pizza essen, eine echt willkommene Abwechslung. Jean Marie hatte die gute Idee. Er hat uns auch ein Bett für morgen reserviert, danke, wir hätten nix mehr bekommen, obwohl wir die Ersten waren. Heute früh noch gemeinsam gefrühstückt, Verabschiedung, heul, heul und los ging's. Ein wirklich schöner Wanderweg durch hügeliges Hinterland und durch die Hochebene aber lange keine Bar. Otto hat den Weg noch perfekt in Erinnerung (denkt er). Vor jeder Ecke vermutete er dies oder das, z.B. eine Bar aber um uns zu ärgern, war immer alles "weggeräumt"  ;-). Wo unsere Erinnerung total fehlte, war das doch viele Berauf. Das haben die uns wiederum, sicher "hergeräumt"  :-). Die einzige Bar war dann gerammelt voll, also nur Café getrunken und geflüchtet. Bei dem restlichen, sehr steinigen Weg beschwerten sich unsere Füße, über die nicht mehr vorhandene Dämpfung unserer Schuhe. Die Herberge ist neu, direkt elegant mit der Sitzecke aus Leder. Keine Stockbetten in unserem Zimmer, das haben wir noch nie erlebt. Die zwei Österreicher sind auch grad einmarschiert, müssen tratschen :-). Schönen Tag wünschen O + R

mit unseren lieben belgischen Pilgerfreunden Christa und Jean Marie
historisches Stadttor von Negreira
  

1 Kommentar


Tag 43

Santiago de Compostela - Negreira 22,1 km (1032,4 km)  27.488 So ganz erledigt ist er ja noch nicht, unser Weg. In diesem Jahr gehen wir endlich nach Muxia, darauf freuen wir uns schon sehr. Vor 2 Jahren konnten wir dort, durch eine wahnsinns 3 Tages Fiesta, von dem angeblich netten, ruhigen Fischerdörfchen nix sehen und im letzten Jahr spielte meine Hüfte nicht mit. Heuer schaut's richtig gut aus :-). Sind nach einem tollen Frühstücksbuffet, mit "unseren" Belgiern Christa und Jean Marie, los gedüst. Wieder durch Eukalyptuswälder, auf schönen Wanderwegen aber auch auf Asphalt. Haben durchs Tratschen nicht so viel gesehen aber wir gehen diesen Weg eh schon zum dritten mal ;-). Viele Pilger waren heut unterwegs, in der ersten Bar gabs gar keinen freien Platz mehr. In Nigreira ein Bett zu erwischen war trotzdem kein Problen, da gibt es mittlerweile 5 Herbergen. Sind heut in einer sehr netten Herberge, nur wir vier in einem Zimmer. Einen großen, gemütlichen Garten gibt's, mit viel Wiese und sogar Wald ist dabei :-). Ja, und Österreicher haben auch grad eingecheckt, eine Seltenheit. Leider hat Christa einen bösen geschwollenen Fuß, jetzt fahren sie doch bereits morgen zurück nach Santiago. Na wenigstens hatten wir uns zwei Tage :-). Tschüss sagen O + R

am Obradoiro Platz, vor der Kathedrale in Santiago de Compostela
Morgenansicht, zurück nach Santiago de Compostela

1 Kommentar


Tag 42

Outeiro/A Vedra - Santiago de Compostela 17,3 km (1010,3 km)  22.667 Sevilla - Santiago 1.272.007 Schritte Hola Amigos! Heut früh ging automatisch um 6:00 das Licht an. Na, dann auf in den Kampf. Für einige das letzte Rennen. Wie es sich scheinbar vor Santiago gehört, ging's heute hauptsächlich durch Eukalyptuswälder mit viel Farn und einen schönen Blick ins Tal. Auf und ab, noch durch ein paar Dörfer, wo uns heut nicht einmal die Pausenlust überfiel, sind wir etwa krank? Auf einer Anhöhe konnten wir bereits die Kathedrale sehen. Noch ein letztes mal steil bergauf und wir waren direkt in der Alstadt. Sind gleich ins Pilgerbüro gehirscht und haben unsere Compostela (Pilgerurkunde) abgeholt, zum Glück, eine halbe Stunde später war die Warteschlange bereits ziemlich lang. Vom Infobüro noch einen Stadtplan besorgt und dann die Freude des Tages. Am Weg zum Quartier, standen plötzlich vor dem Pilgerbüro , "unsere" Belgier vom Vorjahr. Das kann doch nur der Jakob für uns eingefädelt haben, Eduard du bist gedanklich natürlich auch bei uns :-). Noch Pilgerpflichten erledigt, die Pilgermesse besucht, bekannte Gesichter getroffen und a bissl gequatscht und mit "unseren" Belgiern abendgegessen. Es gab viel zu erzählen. Eigentlich wollten sie bis zum Heimflug in Santiago bleiben. Haben spontan beschlossen, uns zwei Etappen zu begleiten, juhu. Ich hör jetzt lieber auf mit der Schreiberei, hab Wein getrunken und kann nicht mehr denken ;-). Gute Nacht sagen O + R

Ankunft in Santiago de Compostela
Kathedrale von Santiago de Compostela
Zigarre "COHIBA SIGLO V" gesponsert von Hr. Karl Matuschka, danke immer wieder!

2 Kommentare


Tag 41

Silleda - Outeiro/A Vedra 25,3 km  (993 km)  31.610 Nochmals recht herzlichen Dank für die Glückwünsche :-). Also, wer in Silleda urlauben will, braucht sich nur die Getränke kaufen, das Essen bekommt man dazu ;-). Gestern beim Abendessen haben wir nur so geschaut. Viele Einheimische kamen in die Bar und die bekamen alles Mögliche in kleinen Schalen. Salate, Suppen, Eintöpfe, Empanadas, Oliven, Erdnüsse.........., wie rentiert sich das? Wir konnten gestern zum Kaffee nicht einmal unsere süßen Spezialitäten testen, da sofort wieder ein Schale mit Keksen dazugestellt wurde und unhöflich ablehnen darf man doch auch nicht oder :-). Eigentlich war der Weg heute, eine Fortsetzung von gestern. Unerwartet bekamen wir Café con Leche in einer neuen, wunderschönen Herberge, betrieben von einem jungen italienischen Paar. Steil und sehr lang ging's hinunter zum Ort Ponte Ulla, wo neben der alten, eine imposante, neue Eisenbahnbrücke gebaut wurde . Am anderen Ende wird dafür der halbe Berg abgetragen, die spinnen die Spanier :-). In dem Ort mussten wir einkaufen, da es bei unseren Unterkunft nix gibt, der Ort A Vedra hat nur 40 Einwohner. Haben unter anderem Obst und Joghurt für einen Obstsalat eingekauft, haben so eine Lust drauf. Sind ja nur mehr 4 km und Ottos Buch (Rother) schreibt, so steil bergauf geht's nicht, wie es bergab ging. So ein unverschämtes Lügenbuch. Bei arger Hitze ohne Schatten, das Obst wollte uns zurück ziehen, keuchten wir hinauf und hinauf..........Das letzte Stück dann zur Belohnung, durch einen schattigen Wald mit etwas Wind, na das ist aber auch das Mindeste. Aber die Herberge ist riesig und sehr schön, mit Garten und wir waren heute die Sieger. Hinein mit uns, duschen, Wäsche waschen, Obstsalat genießen. Morgen sind es nur mehr 17 km nach Santiago, sind gespannt auf welcher Seite wir diesmal einmarschieren. Einen schönen Feiertag (in Spanien nicht) wünschen O + R     

3 Kommentare


Tag 40

Castro Dozón - Silleda 29,3 km  (967,7 km)  36.677 Hallo ihr Lieben! Zuerst einmal recht herzlichen Dank für die Glückwünsche :-). Heut in der Früh lag neben dem Frühstückskaffee, vom Schatzi, ein kleines Küchlein (das er grad selber verdrückt hat) und eine rote Rosenknospe (vom Herbergsgarten gefladert). Ja, auch auf dem Jakobsweg gelingt eine kleine Geburtstagsüberraschung :-). Zu Beginn war heut alles vertreten, Landstraße, Industriegebiet, Heidelandschaft, Eukalyptusbäume, Eichenwälder, Kamille, Kuckucksblumen, kleine Bauerndörfer und zum Glück auch welche mit einer Bar, stand im Buch gar nicht. Heut war wieder so ein Tag der Schenkung :-). Bei unserer ersten Pause gabs Gratiskuchen und bei der Zweiten Käsebrote? Danke, uns hat's geschmeckt. Der weitere Weg war ein sehr schöner Wanderweg im "Wienerwald", die wollen uns wahrscheinlich bereits auf daheim vorbereiten. Über eine mittelalterliche Brücke ging's dann nach Silleda. Unsere Füße waren flott, die Tapferen haben bald 1000 km, ohne zu murren durchgehalten. Hihi, heut zu Feier des Tages, schlafen wir in einer Pension, die Wäsche wird gewaschen und getrocknet, es gibt Abendessen und Frühstück :-). Und wie kann's anders sein am Tag der Schenkung? Bei der Ankunft gabs zum Getränk, Erdnüsse und Empanadas (gefüllte Teigtaschen) dazu. So, jetzt gehen wir lumpen, sind nämlich in einer Kleinstadt, angeblich das landwirtschaftliche Zentrum von Galicien. Außerdem gibt es da eine süße Spezialität, Melindres de Sellida, die wollen gefunden werden. Noch einen schönen Pfingstsonntag wünschen O + R. Ps.: Von unserem kleinen Balkon sehen wir ein Storchennest mit Familie, auf einem hohen Baukran, echt lustig.     

7 Kommentare


Tag 39

Cea - Castro Dozón 20,1 km (938,4 km)  27.809 Heut gabs wiederum zwei Wegalternativen. Wir wählten die mit den 6 km Umweg, über das Zisterzienserklostet von Oseira. Vorbei an der zweiten Backstube dieses Ortes, hinein in den Wald, schöner Wanderweg bis zum Kloster. Dieses ist eine Pracht aus dem 12. Jh., mitten in der Prärie. Marco, der Italiener hat einen Mönch herausgebimmelt. Der sperrte uns die Kirche und den Kloster-Shop auf, wo wir den Köstlichkeiten von Mandelbäckereien nicht wiederstehen konnten. In der Bar dann einen Café con Leche dazu, mmhh. Was wir nicht bedacht hatten, die extreme steinige Steigung, uh, die Teilchen lagen schwer im Magen. Hohlwege die wir nur in demütiger Haltung begehen konnte und so eng, dass man rechts und links mit den Armen streifte. Gleich steinig und steil ging's dann auch wieder abwärts. Unten, ein "Fangnetz", für Pilger, die die Bremsung nicht mehr schaffen ;-). Noch ein paar mal das gleiche Spiel. Zwischendurch, ich wieder einmal in Sandalen, bis zu den Knöcheln im Gatsch versunken, na super :-(. In Gouxa ist am Sanstag Markttag, da bekamen wir eine Kostprobe Pulpo. Bäh, die hatte ich vom Vorjahr besser in Erinnerung. Noch eine Weile auf der Bundesstraße dahingestapft und unser Ziel war erreicht. In der heutigen Herberge gibt es Unmengen an Geschirr aber leider im Ort kein Geschäft. Auch gut, wir werden das aufessen was wir noch haben. Ein Spielplatz ist im Garten, falls uns fad wird, auch ein Swimmingpool mit grünem Wasser, der gehört allerdings den Kröten. Liegen grad faul in der Wiese, ich schreibe den Bericht und Otto sucht die Bilder aus. Eine schönen Samstag,  O + R

Kloster von Oseira
    

8 Kommentare


Tag 38

Ourense - Cea 21.9 km (918,3 km) 28.259 Gestern gab es dann doch kein "Später" mehr. Mussten in der Stadt herumstrawanzen. Die Kathedrale ist zwar sehr schön aber in die Altstadt hineingezwängt, kommt sie nicht so richtig zur Geltung. Aber offen war sie und freier Eintritt, eine Seltenheit in Spanien. Waren noch im Info-Büro und haben unser Lieblingsquartier in Santiago gebucht und auch bekommen :-). Eine Stunde dauerte es, um die Stadt zu verlassen. Heut gabs zwei Varianten, wir haben die mit der zuerst sehr steilen, 2,5 km langen Asphaltstraße gewählt und waren damit sehr zufrieden. Oben angelangt, nur mehr schöne Wanderwege durch Wälder, durch Streusiedlungen, wo uns die Hunde im Garten "anfeuerten". Später, eine Überraschung in so einer Siedlung. Pilgerfreund César, lädt vorbeikommende Pilger zu Café und zu in Eier und Zucker eingeweichten, herausgebacken Broten ein, mmhh. Aose, aus Dänemark saß auch schon da, war richtig gemütlich und lustig. Zwei Kärntner mit dem Fahrrad kamen noch dazu, sie haben es in 12 Tagen bis hier her geschafft. Heute, bei dieser Steigung, waren sie allerdings auch nicht schneller als wir. Cea ist bekannt durch das angeblich sehr gute Brot. 2 km vor dem Ziel entdeckten wir die Backstube, na das muss doch getestet werden. Naja, die kennen unsere Brote nicht. Für uns war es dann eben auch nur ein Weßbrot. Die Italiener allerdings waren ganz begeistert. Lustig, es gibt nur eine Sorte :-). Sind heut in einem alten, hergerichteten Granitbau untergebracht, sehr urig, mit einer großen, gemütlichen Terasse. In der Küche ist sogar eingeheizt. Obwohl, heut können wir uns nicht beschweren. Sonnenschein, blauer Himmel, nur mehr im Schatten huschikalt. Haben heut wieder viel Zeit zum Genießen. Was immer für ein Tag heut ist, er möge zu eurer Zufriedenheit sein, wünschen  O + R

beim Pilgerfreund César gibt's Kaffee und süße Eier-Brote
  

4 Kommentare


Tag 37

Xunqueira de Ambía - Ourense  23,4 km (896,4 km) 29.764 Hallo zusammen! Sind zur Zeit in einer Gruppe, wo das Licht um 21:00 abgedreht und dafür um 6:00 wieder aufgedreht wird, aber lieb sind sie alle. So ist eben das Pilgerleben. Manchmal allerdings, wird das in der Dunkelheit Losmarschieren, mit einem Irrgang bestraft ;-). Nicht wir, wir verirren uns prinzipiell nur in einer Großstadt :-). Ahja, auch nicht uninteressant, der Café con Leche ist seit Galicien wieder supsi, der war bis dahin manchmal echt grauslich. Der Weg heute, nicht so erwähnenswert, kurz durch einen Wald, lang auf einer Landstraße. War aber nicht fad, da wir durch gefühlte 20 Dörfer kamen, bei 8 haben wir zu zählen aufgehört. Ab den sechsten Dorf veränderten sich die Häuser, bereits der Stadt angepasst. In irgend einem dieser Dörfer, entdeckten wir ein nettes Plakat (Bild), Oktorfest im Mai!! Nur das letzte Dorf vor Ourense zeigte überraschend wieder Charm. Bis zur Stadt dann einige gemeine Pilgerumleitungen, durch die Stadt ein langer Hatscher und dann, die Herberge nicht gefunden. Die Hilfsbereitschaft, sogar in einer Großstadt ist unglaublich. Eine Frau begleitete uns bis zur Herberge, so nett, ein dickes Bussi bekam sie dafür. Die Herberge ist heute im alten Kloster San Francisco, wunderschön. Durften einen Rundgang im Säulenhof machen. Ourense ist bekannt durch die Thermalquellen Las Burgas. Einige Pilger fahren in die Therme, wir nicht, das haben wir doch alles selber. Auch starten hier wieder viele für die letzten 100km, wegen der Pilgerurkunde (Compostela). So, müssen noch Stadt schaun, vielleicht bis später sagen O + R

am Weg nach Ourense...
… 🙂 🙂 🙂
Säulenhof vom Kloster San Francisco, wo sich auch die Herberge befindet
 
Kathedrale von Ourense

4 Kommentare


Tag 36

Alberguaría - Xunqueira de Ambía  21,2 km (873 km)  27.104 Gestern am Abend sind wir den letzen Sonnenstrahlen nachgerannt, danach heizten wir bei Luis noch a bissi mit Tee und Kaffee ein, bevor es in die "Eisgrube" Herberge ging. Heut früh dann mit Haube, Handschuhe und sonstigen wärmenden Zeug losgelaufen, brrrr. Nachdem wir am Bergrücken übernachteten, konnte es ja heute nur mehr bergab gehen. Wandern wieder wie zu Hause, auf Wanderwegen und Landstraßen. Liebe Steirer, ihr könnt schon einmal den Kaffee zustellen, wir kommen gleich. Keine Rückmeldung? Na gut dann gehen wir in eine Bar in Vilar de Varrio. Ein sehr gepflegtes Dorf, in den Gärten viele Blumen, manchmal auch Palmen. Seit gestern sehen wir die Kohlstauden, seit heute die Kornspeicher, fehlt nur mehr die Mandeltarte :-). Ab der Provinz Ourense begleiten uns die vom galicischen Künstler Nicanor Carballo gestalteten Wegweiser-Steine aus Sandstein, sehr hübsch. Später ging's durch einen "Zauberwald", mit viel Farn. Die Steine und Baumstämme sind mit Moos überzogen. Zum guten Schluss dann doch wieder hinauf in die Heidelandschaft, damit wir beim Bergab was zum Schimpfen hatten. Dunkle Wolken, etwas regnerisch. Zum Glück ist es in der Herberge nicht kalt. Die ist wie gewohnt, in den öffentlichen Herbergen von Galicien, groß, getrennter Sanitärbereiche für Männer und Frauen, sauber, billig (€ 6) und man bekommt immer ein 1x Leintuch mit einem 1x Kopfkissenbezug :-). In den galicischen Herbergs-Küchen ist Geschirr normal eine Mangelware. Diese ist allerdings eine Ausnahme und gut ausgestattet. Einen Supermarkt gibt es auch, also keine Ausreden für heute, es gibt selbstgekochtes Pilgermampfi. Liebe Grüße von O + R, die auf Sonne hoffen     Ü

8 Kommentare


Tag 35

Campobecerros - Alberguaría 27,3 km (851,8 km) 33.957 In unseren frisch "duftenden" Schlafsäcken haben wir herrlich geschlafen. Am Abend trafen wir welche von Toronto, die waren von der gestrigen Strecke so begeistert, dass sie heute mit dem Bus zurückfahren und sie nochmals gehen, Sachen gibt's :-). Der heutige Aufstieg war eine gestrige Fortsetzung. Auf der anderen Seite, abwärts, wird die Landschaft von Wäldern dominiert, hauptsächlich von Nadelwäldern und einigen Laubwäldern. Eisig kalt und windig ist es heute, über den ganzen Tag. Uns wurde erzählt, in dieser Gegend kann Schnee bis Mai liegen, irgendwie wäre das auch interessant? Ein winziges Dorf überraschte uns mit einem riesigen Rastplatz mit Brunnen. Dort trafen wir die junge Familie, sie übernachteten da. Das Baby grinste bereits gut gelaunt aus dem Zelt :-). Tiefgekühlt kamen wir nach Laza, wo wir die Rettung mit einen "Häfen" Kaffee fanden. Der weitere Weg wieder einmal wie daham. Die Sonne konnte sich sogar etwas durchsetzen, angenehm. Vor uns dann ein Berg wo ich zu Otto sagte, der geht sich mit den heutigen Kilometern nicht mehr aus. Doch, wenn es steil genug ist, spart man Kilometer. Keuch, Zunge hängt raus, es will und will kein Ende nehmen, unsere Sünden sind jetzt futsch. Oben angelangt, waren eindeutig Blasius und Kälte die Sieger :-(. Für morgen müssen Handschuhe und Haube von unten rausgekramt werden, unbedingt. Sind heute im Dorf vom kultigen Pilgerfreund Luis. Seine Bar ist total vollbehangen mit Jakobsmuscheln. Jeder einkehrende Pilger muss sich auf einer Muschel verewigen, die dann dazugehängt wird. Visavis hat er ein altes Haus in eine Herberge gezaubert, sehr urig und nett. Da es in diesem Dorf keine Einkaufsmöglichkeit gibt, hat er in einem Kasten Nudeln, Konserven und Getränke gerichtet, alles zusammen auf Spendenbasis. Kann nur gehofft werden das die Pilger fair spenden. Wenn die Gegend nicht so schrecklich windig wäre, würden wir glatt dableiben, so richtig urgemütlich. Musik, hauptsächlich aus den 60igern, in und außerhalb der Bar vervollständigt das Ganze. Grad sind zwei Radfahrer angekommen, die beneiden wir echt nicht. Gewaschen haben nur wir uns, den Geruch der Wäsche verbläst eh der Wind. Grüße von O + R

Fortsetzung der beeindruckenden "bunten" Bergwelt von Galicien
Aufstieg auf den Monte da Travesa...
…zum Dorf Alberguería...
…wo Luis Sanders seine Bar mit hunderten von Jakobsmuscheln dekoriert hat
 

8 Kommentare


Tag 34

A Gudiña - Campobecerros 20,7 km (824,5 km) 25.878 Hola Amigos! Obwohl es nur einen Schlafsaal für alle Pilger gab, haben wir herrlich geschlafen. Ab mit uns in die Hochebene. Zwar ging's großteils auf einer alten Landstraße dahin aber am gesamten Weg leuchtete die Heidelandschaft in gelb, lila, rosa und blau, auch die Berge sind mit diesem Teppich überzogen, nur manchmal blitzen Felsen durch. Eigentlich waren wir umzingelt von den Bergen, auf einen marschierten wir hinauf, nicht steil aber stetig. Traumhaft schöne Weitblicke, vorbei an einigen verlassenen Dörfern und an Schafweiden. Auf einer Anhöhe, plötzlich ein Stausee zwischen den Bergen, wau :-). Oben angekommen, entdeckten wir in einem Garten, Tisch und Bankerl, daneben ein Brunnen mit dem Muschelzeichen. So eine Einladung für die Pause muss natürlich genützt werden. Eben ging's weiter, wir waren überzeugt, so bleibt es, da sahen wir die zwei Italiener auf einem steilen, steinigen Hang. Na gut, den einen Bergrücken keuchen wir auch noch hinauf aber dann muss Schluss sein. Für den Abstieg wurden wir von den Kirchenglocken angefeuert, boa, der war echt steil und durch die Steine auch sehr rutschig. Auch begleitet uns in Sichtweite die Bahnlinie Sierra de la Culebra. Rund 78 km von insgesamt 452 km sind davon Tunnels (182 !), arg oder? Eigentlich war es noch zu zeitig für die Herberge aber eine Waschmaschine überzeugte uns für den Einkehrschwung. Konnten endlich unsere Schlafsäcke und anderes Zeug ordentlich waschen und "Schönheitspflege" wäre auch nicht schlecht. Außerdem haben wir noch ausreichend  Zeit bis zum Heimflug. In der Herberge gibt es keine Küche, was wurscht ist, da es in diesem Nest eh kein Geschäft gibt, so MÜSSEN wir uns LEIDER wieder bekochen lassen ;-). Schönen Wochenbeginn wünschen  O + R

Galicien präsentiert sich... 
…auf dieser Etappe wunderschön 🙂
  

1 Kommentar


Tag 33

Lubián - A Gudiña 24,7 km (803,8 km) 32.710 Bei der Abendquatscherei erzählte Maria aus Spanien, der erste Pass war ja nix, der heutige ist zwar mit 1.260m etwas niedriger aber der wäre richtig steil, na dann. Heut in der Früh machte einer um 5:45 die Taschenlampe an und auf einmal sprangen alle aus den Betten. Was ist los? Feuer? Oder der Erste gewinnt einen Flug über den Pass? Eine zeitlang beobachteten wir dieses militärische Treiben, dann standen wir auch auf, konnten eh nimma schlafen. Nach dem Frühstück ging's in den sehr gatschigen Wald. Die Geschickten besprangen die Steine, bei mir wars dann eher eine Gatschhupferei. Wahrscheinlich sollte uns das vom stetigen Bergauf ablenken :-). Einige Bäche verlaufen im Weg. Die Steine waren etwas zu tief im Wasser, da wurden unsere Schuhe wieder sauber. Ab da war klar, die sind nicht mehr wasserdicht. Wunderschöne Natur ringsum, der Ginster und das Weidekraut wachsen da bis zu 2 m hoch. Als wir gerade dachten, jetzt müssten bald die ganz steilen Abschnitte kommen, waren wir bereits oben, wo auch der Grenzstein zu Galicien steht. Diesmal wurden wir mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Auf der einen Seite der Blick in Richtung Zamora, ins Tuiza-Tal, auf der anderen Seite in Richtung Galicien, die grünen Hügelketten. Unverkennbares Galicien, Eukalyptusbäume, alte Dörfer engen Gassen mit Kuhmist ;-). Fehlen nur noch die Kornspeicher, die Kohlstauden und die Mandeltarte. Nach einer Pause war das Wandern wie bei uns daham, später ging's dann auf die "Alm", die Landschaft wurde karger, mit viel Gestein, bald sahen wir die Stadt A Gudiña. Leider ist heute Sonntag, so können wir nix einkaufen.  Auf der Terasse der Herberge, hat sich eine junge Familie mit Baby und zwei Hunden einquartiert, sie gehen auch nach Santiago. Sind mit Kinderwagen und Zelt unterwegs, unvorstellbar für mich, was bei Regen, Kälte.........? So noch a bissi Stadt schaun und etwas fürs Bauchi suchen. Einen schönen Sonntag wünschen   O + R

hinauf zum Pass A Canda...
…mit dem Grenzstein zu Galicien

2 Kommentare


Tag 32

Requejo - Lubián 19,4 km (779,1 km). 23.237 Hallo ihr Lieben! Gestern war noch große Aufregung weil es heute das "Bergerl" hinaufgeht. Alles hat bereits um 20:30 gepennt. Heute früh wars zwar kühl aber herrliches Wanderwetter, fanden wir. Mehrere Möglichkeiten gibt es, um auf den Pass zu kommen. Wir stürzten uns in die Natur, war doch klar. Zu den weiß und gelb blühenden Ginster, hat sich rosa bis rotbraunes Heidekraut dazugeschlagen. Mit den Farnteppichen und Eichenbäumen mit üppig grünen Laub, sah es aus wie in einem Zauberwald. Leider wurden wir später von den Bauarbeitern, die den Tunnel für die Hochgeschwindigkeitsbahn bauen, über die Baustelle geleitet. Steil ging's da hinauf, oben angekommen, konnten wir allerdings wieder den Camino weiterlaufen. Durch den Tunnel der Autobahn bot sich eine Abkürzung an aber wir wollten der höchste Stelle der Via de la Plata, mit 1310m, nicht aus dem Weg gehen. Dachten wieder an eine Belohnung. Nix da, grad als wir vermuteten, bald den Gipfel erreicht zu haben, ging's ohne jeglicher schönen Aussicht wieder abwärts :-(. Na gut dann belohnten wir uns in Padornelo eben selber mit Café und Kuchen und vom Otto bekam ich ein kleines Taschenmesser. In der Bar hing jede Menge Schinken, boa das roch hervorragend. Bis zu unserem Ziel ging's dann nur mehr bergab, zuerst auf der Straße, dann auf einem schönen Wanderweg. Die liebe, kleine Herberge war bald completo, heut sind viele Pilger unterwegs. Diesen Ort finden wir besonders schön und sauber, fast alle Häuser sind renoviert, mit viel alter Bausubstanz. Einen schönen Samstag wünschen   O + R PS.: Stinky-Ami ist mit von der Partie  ;-/

am Weg zum Pass Padornelo
Köstlichkeit in der Bar am Pass Pardornelo
Weg nach Lubián

3 Kommentare


Tag 31

Palacios de Sanabria - Requejo  22,9 km (759,7 km) 30.813 In den letzten Tagen wurde die Pilgerschaft international, das gefällt uns. Leider lernen wir viele nur kurz kennen, da das Fahren mit dem Bus auf der Via de la Plata scheinbar sehr modern ist. Das haben wir so noch nie erlebt. So eine nette Pilgergemeinschaft wie im Vorjahr kommt da nicht zustande :-(. Teresa, die Pensionsbesitzerin hat gestern für uns gekocht. Sie hat Steinpilze (sahen zumindest so aus) für uns gepflückt und daraus eine tolle Vorspeise gezaubert, auch der Rest schmeckte himmlisch. Das mit dem Bekochen lassen, müssen wir ändern, sonst schmeckt uns zu Hause nix mehr ;-). Der Start war durch einen Wald, vorbei an kleinen Dörfern. Der Kontrast von renoviert und fast verfallen ist schon arg. In Otega de Sanabria mussten wir zur Kirche, um das im Buch beschriebene Höllenrelief an einer Tür neben dem Hauptportal, zu begutachten. Es hat angeblich den Pilgern früher  "Beine gemacht". Hihi, für uns sah es eher so aus, als nehmen einige ein gemütliches Bad :-). Langsam aber sicher gewinnt der Weg an Höhe. Heidelandschaft kam zum Ginster, der da ganz nieder wächst. Der Herr Jakob wollte uns heute wieder einmal mit seinem Schlingenweg pflanzen aber ätsch, es machte uns bei der schönen Landschaft nix aus. Links begleiteten uns die Berge, die irgendwann einen Bogen machten und vor unserer Nase waren. Ja wir wissen es eh, morgen geht's in die Berge, Galicien ruft :-). Nach einer Stärkung in Puebla de Sanabria "bestiegen" wir die liebe Altstadt mit der schönen Burg, über 230 Treppen, pfauch, schnauf. Natürlich wurden wir mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Von da oben könnte man doch zum Pass den wir morgen besteigen müssen, eine Pilgerbrücke bauen. Zur Abwechslung, statt den vielen Autobahnen, die sind echt ideenlos, diese Spanier. Na gut, dann eben wieder hinunter und durch einen Wald zu unserem Ziel. Uns ist heut nicht nach Pilgerpflichten, also fallen wir zuerst in eine Bar und treffen dort Wolfgang, einen Österreicher. In der Herberge schlafen wieder einmal ALLE und das am frühen Nachmittag. Wir flüchten, das ist ja wie in einem Krankenhaus, die Abteilung für Schwerkranke, das macht einem glatt depressiv ;-). Tschüss sagen O + R

Höllenrelief an einer Tür der Kirche in Omega de Sanabria
230 Treppen hinauf zur Altstadt mit Burg, in Puebla de Sanabria
die Altstadt von Puebla de Sanabria

5 Kommentare


Tag 30

Ríonegro del Puente - Palacios de Sanabria 29,5 km (736,8 km)  38.520 Hola Amigos! So ein kleiner Ort wie gestern, hat so eine schöne Herberge. Ein kleines Manko gibt es. Visavis steht das Rathaus, dessen Uhr (über Lautsprecher) bis Mitternacht fleißig jede Viertelstunde mitteilt :-(. Die Hospitalera betreibt mit ihrem Mann, der auch das Kochen über hat, gleich neben der Herberge ein Restaurant. Ohne Fernseher, in Spanien eine Seltenheit, statt dessen regionale Musik. Regionales Pilgermenü vom Feinsten hat er für uns gekocht. Schaut dann so aus, die Pilger in Badeschlapfen und Socken, im feinem Restaurant. Der Gourmet-Koch kocht im Speisesaal vor seinen Gästen. War urgemütlich und das Essen einsame Spitze. Vorspeise, Suppe, Hauptspeise und Nachspeise mit Kaffee um €10 :-). Ahja und mit dem Chef, Schnäpse und Liköre kosten, "MUSSTEN" wir auch noch. Zum Wohle der damals verstorbenen Pilger im ehemaligen Hospital, oder so? Natürlich auch auf uns :-). Gestern sah es nach Gewitter aus, der Wind hat alles verblasen, gut so. Also hinauf mit uns in die Hochebene, mit dem vielen weiß und gelb blühenden Ginster und der steinigen Natur. Hirsch, Fuchs und Hasen kreuzten unseren Weg. In Spanien ist heute kein Feiertag, das war supsi, da konnten wir in der Stadt Mombuy unsere Voräte auffüllen. Noch eine gemütliche Pause und weiter ging es, zwar neben der Autobahn und Bundesstraße, was aber überhaupt nicht störte, da Wald und Gebüsch alles abdeckte. Heute marschierten wir zur Abwechslung durch viele kleine Dörfer, wo die Häuser teilweise sehr schön renoviert wurden. Eigentlich wollten wir in der Miniherberge in Austurianos übernachten aber dort in der Bar haben wir beschlossen, die drei Kilometer entfernte Pension zu nützen. Eine Nacht ohne Schnarchkonzert tut auch einmal gut. Außerdem schleicht uns ein bekiffter bzw. betrunkener Ami die letzten Tage hinterher,  hält leider vom Waschen nicht sehr viel, dementsprechend ist auch seine Ausdünstung. In unserer Bleibe bekommen wir Abendessen und Frühstück, also Verwöhnprogramm, auch nicht schlecht, oder? ;-). Schönen Feiertag wünschen O + R     

2 Kommentare


Tag 29

Santa Marta de Tera - Ríonegro del Puente 27,6 km (707,3 km)  33.729 Ja, ein wunderschöner Tag war heute, unsere "Beinchen" waren "beflügelt". Heut hatten wir einen "Wassertag", solcher ist bei uns immer willkommen, besonders an heißen Tagen :-). Nach einem kurzem Stück Straße, führte uns ein schöner Wanderweg entlang des Flusses Río Tera und vorbei an Pappelplantagen. In Olleros de Tera eine Pause in einer netten Bar mit einer kuscheligen 6 Bett Herberge. Die Einwohner dieses Dorfes fanden wir besonders freundlich und gut gelaunt :-). Weiter ging's entlang des Flusses und fast hätten wir die Abzeigung eines schmalen Weges durch eine Buschlandschaft übersehen. Eichen, Ginster und Zistrosen bestimmen hier die Vegetation. Teilweise verwachsen aber wir kamen mit dem "Buschmesser" gut voran ;-). So romantisch, immer wieder führte uns der Weg hinunter zum Flussufer. Noch über eine Staumauer und weiter ging der Camino entlang vom schönen Stausee. Hinauf ins Dorf Villa de Farfón, dort wollten wir jausnen aber, wir entdeckten einige Schilder mit einer Cafetasse, die wir natürlich verfolgten. Die Schilder endeten bei einem hübschen Steinhaus, wo Craig und seine Frau Dorothea, ein Paar aus Süd-Afrika, das halb verfallene Haus vor 5 Jahren kauften und in Eigentregie renovierten. In einem kleinem Nebengebäude gibt es eine Miniherberge mit vier Betten, so lieb, so freundlich. Für alle vorbeiziehenden Pilger gibt's Café, Kekse und kalte Getränke auf Spendenbasis. Die letzten sechs Kilometer ein Wiesenweg bis zu unserem Ziel. Schlafen heute im renovierten Bau eines historischen Pilgerhospitals. Sitzen grad auf den Balkon und überlegen die morgige Route. Ahja, ein Geschäft finden wär auch nicht schlecht, morgen ist ein Feiertag. Einen Guten wünschen O + R     

5 Kommentare


Tag 28

Tábara - Santa Marta de Tera 24,2 km (679,7 km)  28.467 Nach einem gemütlichen Frühstück, hatten wir heute einen gemütlichen, schönen, hügeligen Wanderweg. Wie meistens mit vielen Blumen, Steineichen und Föhrenwälder. Eigentlich rechnete heute niemand mit einer Labestation aber es gab eine Wegänderung zum Dorf Villanueva de las Peras, juhu da gab es Café con Leche und einen frisch gepressten Orangensaft. Da war die Freude für jeden doppelt so groß. Vereinzelt sieht man hier noch Erdhäusersiedlungen, die im Sommer bewohnt sind. Schauen aus wie Schlumpfhäuschen. In jedem Dorf hängt seit dem 1. Mai eine lebensgroße Stoffpuppe. Der Wirt erklärte, damit die drei Eisheiligen keine allzu große Kälte bringen. Wenn es doch passiert werden die Puppen verbrannt? Nach Ankunft in der Herberge, belohnten wir uns mit einer Riesenportion Obstsalat mit Joghurt, das hat geschmeckt. Sitzen im gemütlichen Hof und schauen durch die Gegend, schon einmal fein früher da zu sein :-). Die anderen schlafen schon einmal vor, die versäumen eindeutig das Genießen. Eine schöne Zeit wünschen O + R     

4 Kommentare


Tag 27

Riego del Camino - Tábara 33,1 km (655,5 km) 44.023 Hallo liebe Monika und lieber Carsten, ein Treffen wäre echt lustig und nicht unwahrscheinlich :-). Auf jeden Fall wünschen wir euch buen camino. Gestern hab ich ganz vergessen, die Krönung des Tages zu erzählen. Bin fast auf eine 1m lange Schlange getreten, Otto hat mich gerettet. In der Herberge war es zu fünft noch richtig gemütlich. Haben Tisch und Sesseln in den Garten gestellt und lange getratscht. Der Beginn heute war Fortsetzung von gestern. Wir waren fit und echt gut drauf. In Granja de Moreruela, unserer ersten Pause, erhofften wir uns ein Frühstück. Gab aber nur Café und Getränke, machte nix, wir hatten noch Kekse. Ab da trennen sich die Wege. Ein Weg geht die Via de La Plata weiter nach Astorga, wir gehen allerdings ab da den Camino Sanabrés. Nach der Pause änderte sich die Natur, es wurde hügelig, es gab wieder viele Blumen und Steineichenwälder. Die spendeten zwar keinen Schatten am Weg aber schon der Gedanke, man könnte eine Rast unter einen Baum machen war gut. Wir kamen zur Schlucht Talschluss, ein echtes Naturparadies. Zuerst dachten wir an einen See aber es war der Fluss Esla, stilles Wasser, zwischen Felswänden, so schön. Nach der Überquerung einer Brücke, führte ein schmaler, manchmal unsichtbarer felsiger Weg zwischen den Fluss und den Felsen. Eine sehr willkommene Abwechslung :-). Pause unter einem Baum mit Blick auf den Fluss, wir wollten bleiben. Geht ja nicht, also weiter mit uns, steil hinauf, oben konnte man in die Felsen hineinbrüllen und aufs Echo warten. Der Weg wurde breiter, vorbei an einem Windpark, wie sahen bereits das nächste Dorf, wo wir uns Futter erhofften. Unglaublich, so ein gerader, flacher Weg durch 8 km und das Gefühl, nie anzukommen. Aber doch geschafft und gute Bocadillos bekommen, bei einer freundlichen Wirtin. Die weiteren 8 km das selbe Spiel nocheinmal. Wieder einmal die letzten zwei Betten ergattert. Wurden vom Hospitalero bekocht, Nudelsuppe und Paela, mmmhhhh. Die Wäsche wurde uns gewaschen, wir durften bei nix helfen, volles Verwöhnprogramm auf freiwilliger Spende. Später kam noch Tomas, ein spanischer Profi auf der Gitarre. Es sorgte noch für eine perfekte Abendstimmung :-). Alles Liebe von O + R

über den Fluss Elsa...
…zur Schlucht Talschlucht
Verwöhn-Herberge in Tábara
 

4 Kommentare


Tag 26

Zamora - Riego del Camino 37,8 km (622,4 km) 49.904 Hallo ihr Lieben! Zuerst einmal an alle Mütter, einen wunderschönen Muttertag, das Verwöhnprogramm war hoffentlich perfekt :-). Die Altstadt gestern mit viel Wiese in schöner Umgebung, das hat schon was. Nach dem Verwöhn-Frühstück ging's einmal eine halbe Stunde durch die Stadt. Am Beginn unseres Caminos dann große Aufregung. Ein Amerikaner kam zurück und erzählte uns, der Weg wäre falsch, es gäbe keine gelben Pfeile. Und wie es eben mit dem Herdentrieb so ist, düsen alle doofen Pilger, den Berg wieder hinauf. Oben dann gingen einige der Straße entlang, wir vertrauten einem Einheimischen der uns wieder zum Weg zurückschickte. Alles passte, die Pfeile waren ja eh da. Ab den ersten Ort ging es dann schnurgerade, auf einem Schotterweg zum nächsten Ort. Nur wir zwei, jetzt doch keine Pfeile mehr, extrem heiß, kein Schatten, die Gegend wieder wie im Marchfeld, keine Abwechslung. Das nächste Dorf, das wir schon herbeisehnten, versteckte sich vor uns, da es in einer Senke lag. Ha, wir haben es trotzdem gefunden und die einzige Bar besucht. Ab da war es dann nur mehr grausam. Ein Pfeil schickte uns in den Stausee, na hallo, wie sollten wir da mit den Ruckis drüber schwimmen :-). Also nützt nix, er musste umkreist werden. Wegen der Bauarbeiten der Autobahn und der Hochgeschwindigkeitsbahn, führten die gelben Pfeile kreuz und quer. Zur Straße hinunter wieder hinauf zur Natur. Über eine Brücke hinüber, über eine andere wieder retour. Man hatte ständig das Gefühl einen weiten Weg geschafft zu haben, kam aber nicht voran. Eigentlich waren ja nicht so viele km angegeben aber durch die blöden Umwege.......... und NIE war ein Schatten :-). Beim letzen Stück wollten der Camino eine Versöhnung. Alles duftete nach Lavendel, wir kamen an den Ruinen der Festung Castrotorafe vorbei. Wau, die Burg muss enorm groß gewesen sein. Aber nix da mit Versöhnung, der Tag war einfach Scheiße, muss scheinbar auch einmal sein? Die Herberge hat leider keine Küche, das Dorf kein Geschäft (eh wurscht, weil Sonntag). Die Bar hat nur eine Sorte Essen, darf das Schatzi leider nicht aber sie verkauft uns wenigstens ein Brot. Ich hab noch Käse und der arme Otto weicht sein Brot im Tee ein. Zwei nette Krankenpfleger aus Deutschland und der Amerikaner sind noch da. Es ist schon komisch, wie schnell man sich von einer Erschöpfung erholt. Wir waren heut bei der Ankunft echt erledigt und jetzt geht's uns wieder gut. Noch einen schönen Sonntag wünschen O + R

Monument Merlú vor der Johannes Kirche in Zamora
  

3 Kommentare


Tag 25

Villanueva de Campeán - Zamora    18,7 km (584,6 km 27.548 Gestern war es so huschikalt in der Herberge, einem Steinbau. Die Hospitalera erzählte uns, es schlafen kaum Leute in diesem Ort, mit uns, vier Pilger heuer. Ein winziger Heizstrahler pfiff uns was. Otto hat uns zwischen zwei Stockbetten eine kuschelige Höhle aus Decken gebaut. Der Strahler hat den kleinen Teil dann doch noch warm bekommen. Die Orte  sind fast alle wie ausgestorben. Die wenigen Menschen die es gibt, trifft man in der Bar. Spielplätze sehen wir auch oft aber keine Kinder. Heute gabs bereits in der Früh Sonnenschein, bald wurde es warm und jetzt ist es sogar sehr heiß. Das Wandern war heute wie bei uns im Marchfeld, nur ohne Spargel. Ganz viele Blumen, ganz schön sind grad die Mohnblumenfelder. Auf einer Anhöhe sah man bereits Zamora. 15 km hatten wir stets die Stadt vor der Nase. Natürlich nicht eine Gerade, schon mit einigen eingebauten Schleifen :-). Am Weg dann drei Granitblöcke, mit Pilgergedichten von den Pilgerfreunden von Zamora. Naja, besser die hätten die Granitblöcke geteilt und am Weg, in Abständen aufgestellt. Mit Pausenplatzerln hätten wir alle sicher mehr davon. Mei, sind wir undankbar. Bald waren wir in Zamora wo wir am Ufer des Flusses Duero einen schönen Park entdeckten. Von da hat man einen malerisch, schönen Blick zur Altstadt mit der Kathetrale, den Wassermühlen und der schönen Stadtmauer. Ah, da könnten wir stundenlang bleiben. Wieder einmal ging's neben Trümmern einer Römerbrücke vorbei, über eine romanische Brücke (12.Jh.) mit leichten Schiefstand ;-). Unsere nette, saubere Herberge liegt in der Altstadt und ist wieder auf Spendenbasis, sogar Frühstück bekommen wir. In der Stadt ist heute "der Bär" los, vielleicht wegen Muttertag? Die Frauen bekommen alle kleine Blumenstöckerl? Auf dem Plaza Major treten Musikgruppen auf, alles sehr nett, viele Touristen. Haben unsere Bäuche mit Diätessen, aber gut, vollgeschlagen und müssen unbedingt nocheinmal in die schöne, quirlige Stadt. Adios sagen O + R

Richtung Zamora
Fluss Duero, Zamora
 
Kathedrale von Zamora

4 Kommentare


Tag 24

El Cubo de la Tierra del Vino - Villanueva de Campeán 13,3 km  (565,9 km) 16.506 Hola Amigos Recht herzlichen Dank für die guten Wünsche, hurra sie haben geholfen :-). Schatzi kann feste Nahrung behalten und frech ist er auch schon wieder. Also ist morgen das "Verwöhnprogramm" beendet. Die kurze Etappe heute, ist nicht einmal schlecht, so ist sie morgen auch kurz und wir können Zamora genießen, die Stadt ist sehr nett beschrieben. Auf dem Weg trafen wir Pilger, die auch nur die kurze Strecke gehen, also alles passt.  "Unsere" Franzosen laufen uns davon aber das ist grad auch kein Unglück ;-). Der Gesprächstoff mit Händen und Füßen geht einem irgendwann doch aus. Letzte Nacht hatten wir das Vierbettzimmet für uns alleine. Haben bis 7:00 geschlafen wie zufriedene Babies. Wurden heute von der Familie mit Frühstück verwöhnt und los ging's. Der Himmel war finster, immer wieder leichter Regen aber dafür wieder ein wunderschöner Weg :-). Durch Steineichenwälder, ein Abschnitt wie durch die Meseta am "Hauptweg". In den Feldern riesige, stählerne Ungetüme zum Bewässern, sahen aus wie Dino-Skelette. Später dann ein hügeliger Föhrenwald, mit haufenweise Ginster und Lavendel und schon waren wir da. Ein Stück abseits von unserem Zielort steht die Ruine eines Franziskanerklosters, das müssen wir später noch begutachten. Liebe Caro, so eine Freude dich zu lesen. Die Berge haben uns ja das letzte Jahr begleitet und wir haben dir ständig zugewunken, hast du das nicht gesehen? :-). Liebe Grüße von O + R   

Ruine eines Franziskanerklosters in Villanueva de Campeán

2 Kommentare


Tag 23

Calzada de Valdunciel - El Cubo de la Tierra del Vino 19,7 km (552,6) 26226 Gestern kamen doch noch zwei Spanier daher, leider. Gingen später auf "Lepschi", weckten alle um Mitternacht auf und schnarchten dass die Wände zitterten. Unsere Ohrstöpsel waren dem nicht gewachsen. Otto geht's zwar a bissi besser (sagt er) aber nachdem er seit zwei Tagen nur Zwieback, Soletti.......,seit heute auch Bananen ißt, ist er durch den Wasserverlust ziemlich kraftlos. Wir haben eh allerhand in der Apotheke besorgt aber die nötige Pause will er nicht, was soll ich machen mit so einem Dickkopf? Blauer Himmel heute, leider ein "bescheidener" Weg. Das Paradies hat uns vorübergehend verlassen. Nach einem kurzen Stück Feldweg ging's ausschließlich neben einer Autobahn entlang. Man bekommt da so einen Tunnelblick, will nur auf den Boden schaun, damit man die stets gerade, nicht enden wollende Autobahn und den Weg nicht mehr sehen muss. Keine Bar, keine gemütliche Rast, keine Anhaltspunkte wo man sich gerade befindet, zum Glück ist der Weg nicht auf Asphalt. Eine gefühlte Ewigkeit später wurde es hügelig. Bei jedem Bergauf erhoffte man sich, oben angelangt, den Ort zu sehen. Naja, irgendwann war es so weit und heute waren sie lieb und haben ihn nicht weggezogen :-). Unser Zielort heißt übersetzt "Der Eimer des Weinlandes". Früher lebte der Ort vom Weinbau. Im 19. Jh. zerstörte eine Reblausplage die Weinstöcke. Seither konzentriert sich die Landwirtschaft auf Getreideanbau. Sind heut wieder in einer sehr schönen, sauberen Herberge. Wurden nett mit Getränken und Tapas empfangen (leider nur für mich). Schade, es gibt keinen Garten, na gut dann hau ich mich draußen auf den Gehsteig in die Sonne. Otto schläft sich einstweilen hoffentlich gesund. Tschüss sagen O + R     

7 Kommentare


Tag 22

Salamanca - Calzada de Valdunciel 16,3 km (532,9 km) 23.194 Gestern am Abend bekam Otto blöderweise einen fürchterlichen Schüttelfrost. Wahrscheinlich einen Sonnenstich, mit allem drum und dran ;-(. Am Nachmittag fühlte er sich bereits mistig aber er gibt ja nix zu. Also noch Medikamente besorgt und ab in die Heia mit ihm. Heut wollte er keine weitere Nacht in der Stadt bleiben und auch nicht ein Stückerl mit dem Bus fahren. Also "schlichen" wir zur nächsten Herberge. Der Weg, naja, eigentlich nicht so spannend. Durch die Fußgängerzone zur Stadt hinaus, auf der Hauptstraße entlang, bis ins nächste Dorf. Später leiteten uns die gelben Pfeile zu einem breiten Feldweg, rundum Getreide und Rapsfelder. Heute war es nur eben, was überhaupt kein Nachteil war. Die Sonne war zwar sehr tüchtig aber trotzdem blieb es kühl. Naja, wir befinden uns ja auch auf einer Höhe von 800m. In Kastilien heißt es: "Neun Monate Winter und drei Monate Hölle". Richtig heiß kann es im Hochsomner werden. Mit einigen Pausen schafften wir es in der kleinen, schnuckeligen Herberge von Calzada de Valdunciel, unterzukommen. Sie hat nur 8 Betten, aber wir sind bloß zu viert. Ich sitz im Garten und schreibe den Blog, die anderen schlafen schon einmal vor. Wie in einem Rentnerclub. Mach ich eben Schönheitspflege, vielleicht bringts ja was ;-). Drückt mir die Daumen für ein gesundes Schatzilein, sonst vereinsame ich :-(. Liebe Grüße von   O+R     

3 Kommentare


Tag 21

Morille - Salamanca 20 km (516,6 km)  26.008 Hallo zusammen! Albert teilte uns mit, um 4 Uhr war es noch sehr stürmisch, ab 6 Uhr dann nur mehr leicht windig und kein Regen. Zum Frühstück gabs einen lauwarmen "Schüttelkaffee", Kekse und eine Banane, was braucht ein Pilger mehr? ;-). Albert begleitete uns noch bis zu seinem Pferd, einem echt feschen Araber. 20 km Natur lagen vor uns, sogar die Sonne blinzelte etwas durch die bösen Wolken. Hügelig, flache Weite, Weidelandschaft, Kühe, Pferde, Ackerbau, Steineichenwälder. Für eine kleine Pause kuschelten wir uns in ein halbwegs windstilles Eckchen. Fast schnurgerade ging's die letzten 10 km weiter. Noch über einen Felshügel und Salamanca lag vor unserer Nase, plötzlicher Sonnenschein, mei so schön :-). Es war aber doch noch ein ganz schönes Stück bis dort hin. Ein Schotterweg führte uns in die Stadt. Über eine Römerbrücke, vorbei an der alten Kathedrale, angebaut die neue Kathedrale, gleich zwei, solche Angeber. Im alten Stadtteil befindet sich auch unsere sehr saubere Herberge, mit einem wunderschön angelegten Blumengarten. Wir treffen Pilger die wir schon tagelang nicht mehr sahen, wie schön. Für einige ist heute die Wanderschaft beendet. So, wir schmeißen nur unser Klumpert in die Herberge und müssen die schöne Stadt bewundern, bis später. Unsere Rucksäcke zu entfernen war wichtig. Wir waren für die zahlreichen Touristen eine Atraktion. Ständig wurden wir fotografiert und komisch angegrinst. Sehr viel Jugend in der Stadt, klar, ist ja auch eine Universitätsstadt. Die Sehenswürdigkeiten sind zentriert, gut für uns, konnten wir unsere Füße schonen. Die Fußgängerstraße hinunter bis zum riesigen Plaza Major. Im Infobüro hat uns ein junger Mann ganz viel über die Stadt erzählt und auch, dass die beiden Kathedralen nur durch eine gemeinsame Mauer getrennt sind. Ein Aufstieg zu den Kathedraltürmen musste auch noch sein, ich schau ja so gern runter, haha. Die Hospitalera hat uns noch die Liebesgeschichte vom Garten neben der Herbege erzählt. Romio und Julia in spanisch :-). Wir haben heute tatsächlich Halbzeit, unglaublich. Schönen Abend wünschen O + R

Richtung Salamanca
alte Kathedrale von Salamanca...
…und neue Kathedrale von Salamanca, nur durch eine gemeinsame Mauer getrennt
 

2 Kommentare


Tag 20

Fuenterroble de Salvatierra - Morille 33 km (496,6 km)  40.656 Gestern hat es noch den ganzen Abend geschüttet aber wir hatten es mit den vielen Öfen echt gemütlich. In den letzten zwei Herbergen war internationales Publikum, Deutschland, Italien, Ungarn, Niederlande, Spanien und natürlich wir mit "unseren" Franzosen. Schon schön, wenn man wieder einmal so richtig tratschen kann :-). Heute früh war zwar der Himmel schwarz aber es gab keinen Regen. Die ersten 10 km waren irgendwie wie auf einer Alm, nur flach wo man auch hinschaute. Es gab wieder die schwarzen Schweine und Kuhweiden. Steil und felsig dann hinauf, durch einen Wald, zu Windrädern, wo wir fast vom Winde verweht wurden. Unsere Rucksäcke haben uns geholfen den Bodenkontakt zu halten. Die gelben Pfeile führten uns zu einen schönen Aussichtspunkt auf die Ebene. Entlang des Windparks kamen wir bei 1100m Höhe, zum Gipfelkreuz Santiago. Nach einem steilen, steinigen  Abstieg, vorbei an weiteren römischen Meilensteinen, kamen wir zu einer Straße und es begann leider wieder zu regnen und der Wind hielt auch tapfer durch. Nützt nix, eine Pause war nötig, die erste Infrastruktur heute, erst nach 28 km. Also hinter einem Busch, unter dem Poncho unser Obst verspeist und weiter ging's neben der Landstraße, ziemlich öde. Der Weg zog sich und der Wind nervte. Wir freuten uns schon auf San Pedro de Rozados, wo wir uns eine Bar erhofften, leider keine gefunden. Die Zwei Herbergen waren "completo", hatten wir uns eh gedacht, da gestern wieder fleißig reserviert wurde. Auch kein Bankerl für uns, also setzten wir uns einfach auf den Gehsteig und aßen unsere Jause. Bei den letzten 4 km auf einem Feldweg, schleudert uns der Sturm herum wie zwei Fetzen aber wir schafften unser Ziel und belagern eine 6 Bett-Herberge mit Albert einem Österreicher :-). Er hat sich in Zamora ein Pferd gekauft, reitet bzw. geht mit dem Pferd bis Málaga und dann mit dem Schiff nach Gran Canaria, wo er eine Finca besitzt. Vor zwei Jahren war er von Sevilla bis Santiago mit einem Esel unterwegs, er hat viel Lustiges zu erzählen. Bei Sonnenschein regnet es grad, saukalt ist es und noch immer stürmisch. Zum Glück gibt es im Zimmer einen Elektroradiator. Hoffentlich wird die Wäsche trocken. Geschäft gibt es in Morille keines, würde auch nix bringen da unsere Herberge keine Küche besitzt, also gehn wir jetzt Bar schaun. Schönen Wochenbeginn wünschen  O + R

auf 1100m, das Gipfelkreuz  vom Pico de la Dueña, neben riesigen Windrädern
stürmischer Weg nach Morille
Herberge in Morille (bereits gesäubert ;-))
 

2 Kommentare


Tag 19

Calzada de Béjar - Fuenterroble de Salvatierra 21,2 km (463,6 km)  28.843 Hallo ihr Lieben! Die gestrige Runde durch das kleine, sehr alte Dorf war in 5 Minuten erledigt. " Hektor, der hektische "Sir" oder eigentlich das "Mama-Söhnchen" unserer Franzosen war mit der einfachen Herberge gar nicht einverstanden. Wir fanden sie super. Naja, die Betten waren vielleicht a bissi " hang up" aber wenn man sich in der Nacht gut am Bettgestell anhielt, konnte man ein Hinausfallen gut vermeiden ;-). Die Herbergseltern kochten für uns ein Abendessen, boa, war das gut. Wenn ich mich nicht geniert hätte, wär eine dritte Portion von der Gemüsesuppe auch noch gegangen. In der Nacht trafen sich, für einen heftigen Streit, die Dorfhunde vor der Herberge, danach konnten alle gut schlafen. Nach dem Frühstück ging's wieder entlang in der Hochebene, diesmal mit einer herrlichen Weite. Rechts schneebedeckte Berge, vor uns kommen die Berge immer näher. Einige Furten wurden unfallfrei gemeistert und wir freuten uns auf eine Pause im nächsten Dorf, da es inzwischen leicht regnete. Die gelben Pfeile schickten uns rund ums Dorf, machte nix, war wieder ein altes aber sehr gepflegtes Dorf mit einer lieben Kirche. Nur nehmen die scheinbar die Sonntagsruhe sehr ernst, denn die Bar war geschlossen, so gemein. Also weiter mit uns auf einer alten Landstraße, stetig bergauf, auch die Landschaft wurde hügelig, mit viel Ginster und Lavendel. Wir trafen einen Mann,  der Schnecken fürs Abendessen sammelte, igitt. Im nächsten Dorf dann die Belohnung mit einer offenen Bar. Das letzte Stück ging durch den Wald, zum Teil sehr sumpfig, zwischendurch ein Gatsch der nach aufgeweichter Kuhscheiße roch. Super ich habe mich heute für die Sandalen entschieden. Naja, da konnte der Gatsch wieder gut hinaus :-(. Vielleicht ist das ja sogar gut für eine geschmeidige Haut? :-). Heut schlafen wir in der Kult-Herberge beim Pfarrer Don Blas. So ein netter Empfang von einem Hospitalero der scheinbar alle Sprachen spricht. In jedem Raum steht ein Holzofen, der herrliche Wärme spendet. Es gibt wieder gemeinsames Abendessen und morgen dann Frühstück, alles auf Spendenbasis. Um 18 Uhr, sperrt extra für die Pilger, für eine Stunde, das Lebensmittelgeschäft auf :-). Adios, O+R     

2 Kommentare


Tag 18

Aldeanueva del Camino - Calzada de Bejar 22,2 km (442,4 km) 28.843 Hola Amigos! Hauptsächlich ging es heute entlang einer Bundesstraße, bis Bãnos de Montemayor. Natürlich, was sonst, Café geschlürft, uns noch mit Geld versorgt, den bis Salamanca gibt es keinen Geldautomaten. Auch noch einiges eingekauft, durch den morgigen Sonntag ist die nächste Einkaufsmöglichkeit erst nach 60 km. Wir wunderten uns über die vielen Hotels, die vielen Touristen und vor allem über die älteren Damen, die mit dem Schlafrock daherspazierten :-). Der "Rother" erzählt uns, es gibt dort eines der ältesten Heilbäder Spaniens. Weiter ging es, steil hinauf, auf einen schönen, restaurierten alten Römerweg. Oben angekommen überquerten wir die Grenze von der Extrematura, nach Kastilien und León. Der Empfang, ein schöner Wiesenweg, entlang eines Baches bis zur nächsten Ortschaft, wo wir unser Obst vernichteten. Ganz neu für uns, am Weg gibt es große Granitquader für die Rast. Eine zeitlang war es ein Wandern wie bei uns. Später dann, besonders schön in der Hochebene, auf der einen Seite steil hinauf, auf der anderen Seite tief hinunter. Viel grün, dazwischen bizarre Felsformationen. Wenn die einmal runter wollen, na wum. Noch ein sehr steiles, steiniges Stück. Oben angekommen, bekamen wir von rastenden Pilgern Applaus :-). Bald war es geschafft und wir standen vor dem kleinen Dorf mit unserer heutigen Herberge. Ätsch ausgetrickst, die hatten dann keine Zeit mehr zum Verschieben. Unsere Unterkunft ist heute urig, bäuerlich. Wir finden sie sehr gemütlich. Tschüss sagen O + R

noch in der Extremadura
Pause mit José in Bãnos de Montemayor
oben endet die Extremadura,...
…es beginnt die Region Kastilien-León
 

2 Kommentare


Tag 17

Carcabosa - Aldeanueva del Camino 41,3 km (420,2 km) 50.462 Heute haben wir von der deutschsprechenden Hospitalera erfahren, keine Fiesta, nur zufällig ein langes Wochenende, das die Stadtleute, wie auch bei uns, gerne nützen. Das mit dem "es wird sich was ergeben" war dann so, dass nix anderes übrig blieb, als die übernächste Herberge anzupeilen. Also keine Jammerei, sondern das Hirn für 40 km programmieren und auf zum 1. Mai-Marsch :-). Heut war uns wieder die Natur vergönnt, mit allem drum und dran. Haben einen schwarzen Storch gesehen, eine Seltenheit. In den Wiesen lagen riesige Steine, hat wohl der Obelix verloren ;-). Der Wettergott hat sich gedacht, denen schick ich bei dem langen Weg lieber keine Sonne, das war uns recht. Sind 5 km auf einer Sehenswürdigkeit gegangen, nämlich auf einer Cãnadas Reales. Das sind Wege die die Schafherden benutzten um den Weidenwechsel zwischen den Sommerweiden des Nordens und den Winterweiden des Südens zu vollziehen. Danach die nächste Sehenswürdigkeit, die Ausgrabungsstätte von Cáparra, eine ehemalige römische Stadt. Der Torbogen, Arcos de Cáparra, hat die Jahrhunderte gut überlebt und ist heute das Wahrzeichen von der Via de La Plata. Ein Automat, etwas abseits, spendete uns einen Café und Wasser. Weiter ging's in der Natur und Otto fand endlich seinen "Charakter Nr. 3" (Pilgerstab) :-). Das musste sofort auf einem Foto festgehalten werden. Das letzte Stück wieder zeitweise auf der Straße, wir waren gar nicht traurig als wir unser Ziel erreichten. Waren die Letzten, die in der Herberge eintrafen. Die Franzosen, die Feiglinge, sind die letzten 20 km mit dem Taxi gefahren. Nur ein Engländer ist auch die ganze Strecke gegangen. Der Gentleman hat mir sein unteres Bett, von den Stockbetten überlassen, so ein Schatz. Ich glaub, wir gehen heute nimma Stadt schaun. Es gibt heut Essen von einem Automaten, das reicht. Schönes, langes Wochenende wünschen O + R

Hinkelsteine??? 🙂
Arcos de Cáparra, der Torbogen einer ehemaligen Römerstadt, heute das Wahrzeichen der Via de la Plata
Otto hat endlich den Charakter Nr.3 (Pilgerstab) gefunden 🙂

2 Kommentare


Tag 16

Rïolobos - Carcabosa 20,6 km (378,9 km). 27.530 Hola! Der gestrige Campingplatz-Chef war ein ganz lieber und lustiger. Er hatte am Handy einen Voice-Translater, sprach alles was er uns erzählen wollte ins Handy, dabei bekam er jedesmal einen Lachanfall. Otto musste sich diese App natürlich sofort runterladen. Naja, mehr muss ich da nicht mehr erzählen oder? Auf einmal zwei kleine Jungs :-). Was er uns noch erzählte war leider nicht so fein. Am 1. Mai gibt es eine Dreitages-Fiesta, und deshalb keine Unterkunft für morgen. Die Herberge in Olivia de Plasencia, wo wir schlafen wollten, hat geschlossen und alle Hostels in der Umgebung sind von Touristen ausgebucht. Der Translater vom Chef schrieb, das nächste TIERHEIM 🙂 wäre nach 40km :-(. Wir hoffen auf die Aussage vom Bruder Hansl, den wir vor zwei Jahren trafen, "es wird sich immer etwas ergeben", na dann. Der gesamte Weg ging heute entlang einer Landstraße. Ein Bauer hat den schönen Weg durch die Natur gesperrt, er hatte sicher seine Gründe. Auf der Straße dann drei riesige Hunde. Gegenseitige, ruhige Beobachtung, mir standen die Haare zu Berge. Hinter uns kam dann die Polizei und vertrieb sie. Hat sicher der Fahrer vom Schulbus gemeldet, denken wir. Wir marschierten hinauf nach Galisteo mit der noch komplett erhaltenen Stadtmauer. Vor dem Stadttor, erklärte uns ein Herr, wir müssen die schmalen, hohen Steinstiegen hinauf, das wäre "benito". Eine Frau führte mir vor, wie ich bei der ersten Stiege hinaufkomm. Haha, die kann gut zeigen ohne Rucksack. Viel besser für mich, der Schupser vom Otto, der Rest dann auf allen Vieren. War schon schön da oben. Ein Rundgang "über den Dächern von Galisteo". Hinunter blieb uns auch nicht erspart, danach gabs dann Café con Leche für uns. Hinaus durch das Stadttor auf der anderen Seite, über eine gut erhaltene römische Brücke und die Straße hatte uns wieder. Ganz nah heute, ein Storchennest mit Storch und dem neugierigen Nachwuchs. Um die Mittagszeit spendete uns ein Pappelwald herrlichen Schatten, danke. Im nächsten Dorf hatten wir das bestellte Bankerl im Schatten belagert und gejausnet, um unsere Rucksäcke zu erleichtern. Die letzten  5 km in der prallen Sonne waren hart, wir haben sie überlebt :-). In Carcabosa hat die Herberge von Elena, einen nicht so guten Ruf. Die Dame sei sehr resch, heißt es. Genau da wollten wir hin, das müssen wir testen. Wir wurden mit Küsschen empfangen, bekamen in einem urigen, sauberen Haus, wieder einmal ein Zweibettzimmer mit eigenem Bad und WC. Ja, es kommt uns selber auch bald unheimlich vor. Sitzen auf der gemütlichen Dachterasse und begrüßen "unsere" Franzosen, die nacheinander eintrudeln. Auch die Neuen von gestern kommen. Unglaublich, es hat den Anschein als wäre die Via von den Franzosen in Besitz genommen ;-). Jetzt noch einkaufen und schaun was der morgige Tag uns bringt. Grüße von uns O+R

gut erhaltene Stadtmauer von Galisteo
Galisteo verlässt man über eine Römerbrücke
die Extremadura ist ein wahres Storchenparadies, sie stehen unter Artenschutz, überall wird genistet
 

3 Kommentare


Tag 15

Tajo-Stausee - Ríolobos 32,2 km (358,3 km) 39.745 Gestern sind einige nicht untergekommen und mussten noch 10 km anhängen :-(. Es sind heuer zu viele Pilger und zu wenig Unterkünfte auf der Via de la Plata. Zwei Herbergen haben zugesperrt? Also entsteht schön langsam eine Unruhe, mit der wir nix am Hut haben wollen. Reservierungen in den Herbergen, um 6:00 losmarschieren um ein Bett zu bekommen, ist nicht unser Ding. Gestern gemeinsames Abendessen, wir zwei, der Rest Franzosen. Mittlerweile sind wir voll integriert und wir brüllen bereits heftig mit ;-). Heute begleitete uns noch ungefähr eine halbe Stunde, der Stausee. Ganz schön groß ist der, einer der größten von Europa. Er versorgt die Landwirtschaft der Extrematura.           Im Dorf Cañaveral wurden wir wie schon so oft, von den Kirchenglocken begrüßt. Außerdem war gerade der Aufbau von einem Bauernmarkt. Wir kauften zwei Orangen und der nette Herr schenkte jeden eine handvoll Erdbeeren  :-). Kleines Päuschen in der einzig offenen Bar, zum Café gabs gratis süße Teigstangerl? Ist heut wohl der Tag der Schenkung, wir sagen danke und lassen es uns schmecken. Statt den gelben Pfeilen werden wir von ältere Herren aus den Ort gewiesen. In der Ferne war ein heftiger Aufstieg zu sehen. Wir witzelten noch, dass wir da sicher rauf müssen. Der Herr Jakob mag witzeln scheinbar nicht, denn er schickte uns tatsächlich da hinauf. Unsere süßen Teilchen wollten retour, nix da, geschenkt ist geschenkt. Oben angekommen, die Belohnung. Zuerst mit einer Wanderung durch einen Kieferwald, wie zu Hause. Danach wieder einmal ein Korkeichenwald mit haufenweise Ginster und dem Gebüsch mit den schönen, weißen Blüten. Zwischendurch gabs immer wieder viel Wiese, wo teilweise kugelrunde Steine lagen, sahen aus wie Kanonenkugeln. Plötzlich der Abzweig, hinunter nach Grimaldo zur Herberge, das Ziel von vielen. Geradeaus noch 20 km nach Galisteo. Es war 11:30, viel zu früh für die Herberge und außerdem hatten wir keine Lust den schönen Weg zu verlassen und unsere Füße gehen heute fast von alleine. Rast auf einer Blumenwiese, das alte Brot mit Streichkäse aufgegegessen und weiter mit uns. Wir haben gehört, dass es in Riolobos einen Campingplatz geben soll, der seit kurzem Pilger aufnimmt, das klingt doch gut oder? Dort angekommen, werden wir wie immer herzlich begrüßt, bekommen zu unserem Cola, wie soll es anders sein, eine Kostprobe Eintopf geschenkt, das ist heut wohl unser Glückstag :-). Mit Campingplatz hat unsere Unterkunft nix zu tun. Wir haben ein Zweibettzimmer, alleine ein Bad, Handtücher und Bettwäsche, wau. Neben uns sind grad drei Pilger eingezogen, Franzosen, was den sonst ;-). Lassen uns im Innenhof von den letzten Sonnenstrahlen verwöhnen. Bis morgen, O + R PS.: Lieber Ralph, die Brücke haben wir doch glatt verpasst ;-). Es ist bald Mai, ab wann können wir dich verfolgen? Ausreden gibt's keine, sapperlot.     

1 Kommentar


Tag 14

Casar de Cáceres - Tajo Stausee 22,4 km (326,1). 28.953 Servus! Heute früh mussten wir die Leintücher und Pölster abziehen, was beteutet, dass täglich frisch bezogen wird und das ohne Endgeld ;-). Überhaupt waren bis jetzt die Unterkünfte alle sehr sauber. Vor einigen Tagen gab es in der Früh eine große Aufregung, jemand hat die Schuhe von einem Franzosen angezogen und ist abgezischt auf "nimma" Wiedersehn. Heut haben wir den Franzosen wieder getroffen und er ist jetzt mit dem Tausch sehr zufrieden. Hat jetzt neue Hanwag, die zum Glück gut passen, Sachen gibt's. Bis zum Ziel keine Infrastruktur und auch da gibt es nur das Hostal. Herrliches Wanderwetter heute. Der Weg war wieder besonders schön, er führte uns zuerst durch eine Weidelandschaft mit Rindern bzw. Schafen. Es ging mehr auf wie ab, über eine Hochebene mit fantastischen Panorama, rechts begleiten zwei Bergketten. Später wurde die Landschaft eine karge Schönheit mit großen Felsbrocken. Am Wegrand stehen noch vereinzelt römischen Meilensteine. Eine römische Meile misst etwa 1480 Meter, was wiederum 1000 Doppelschritten entsprechen soll (falls das jemanden interessieren sollte 😉 ). Rast bei einem verlassenen Haus, mit Blick in das Tajo-Tal und dem Stausee. Das letzte Stück war dann auf der Straße echt anstrengend. Neben zwei Brücken werden gewaltige Eisenbahnbrücken gebaut, wirklich sensationell. Wie immer schafft man das Ziel doch irgendwann, wir werden herzlich empfangen und bekommen ein nettes Zimmer. Sitzen im Garten, schauen zum Stausee und lassen die Seele baumeln. Heute gibts wieder Pilgermenü, auf das freuen wir uns schon. Tschüss sagen O + R

Tajo Stausee
römische Meilensteine am Weg
eine Eisenbahnbrücke im Bau, beim Tajo Stausee
8

2 Kommentare


Tag 13

Valdesalor - Cäsar de Cáceres 23,1 km (303,7 km)  29.759 Hallo zusammen! Gestern hat uns Veronika erzählt, als der Regen grad ganz stark war, blieb ein Auto stehen, jemand drückte ihr einen Schirm in die Hand und fuhr wieder davon, ist das nicht lieb? :-). Juhu, kein Regen. Der Weg heute, entlang neben der Bundesstraße. Egal, es gab ja noch eine andere Seite mit viel Natur, den Sonnenaufgang und Berge. Uuuund, "hod da Berg an Huad, daun wird's Weda guad" :-). Später durften wir, wegen Vorbeugung der Genickstarre, auf die andere Seite schaun und sahen einen dicht bewaldeten Hügel, blauen Himmel und Sonnenschein. Vor uns leider noch dunkle Wolken. Auf einer Anhöhe, wieder einmal ganz nah, Cáceres. Den Trick kennen wir bereits, der Ort wird immer ein Stück zurück geschoben und man kommt ewig nicht an. Die Stadt empfängt uns mit eisiger Kälte, da wurde uns aber sofort mit einem steilen Aufstieg zur ummauerten Altstadt geholfen. Die ist wirklich sehr schön. Sie hat enge Gassen mit Kopfsteinpflaster, prächtige Gebäude, liebe blumengeschmückte Häuser und viele Touristen. Neben der Kathedrale entdeckten wir eine Infostelle, das passte uns, da die morgige Herberge am Tajo-Stausee angeblich geschlossen hat. Leider echt wahr :-(. Die nette Dame entdeckte in der Nähe ein Hostal und reservierte für uns ein Zimmer, das war uns recht. Unser Wunsch, gemütlich auf dem Hauptplatz sitzen, einen Café con Leche trinken und uns die Sonne aufs Hirn scheinen lassen, wurde uns glatt erfüllt, ein Camino-Wunder :-). Weiter ging's ziemlich lang auf einer Bundesstraße, wir meckerten natürlich nicht, denn gestern war sie ja unsere beste Freundin. Das letze Stück wieder ein schöner Wiesenweg, noch durch eine Allee und unser Ziel war erreicht. Wir haben heute am gesamten Weg keinen Pilger getroffen und wundern uns, wo uns die, die bereits in der Herberge sind, überflogen haben. Die Herberge heute ist gratis, sie wollen nicht einmal eine Spende, auch nicht schlecht. Haben unterwegs Fett für unsere armen Schuchis gekauft, Otto ist so lieb und verwöhnt die grad. Wir haben beim Kommen einen großen Supermarkt entdeckt, den plündern wir jetzt, bis morgen O + R

Richtung Cáceres
in Cáceres

1 Kommentar


Tag 12

Alcuésar- Valdesalor 25,9 km (280,6 km) 31.197 Gestern sind noch ganz viele eingetrudelt, unter anderem auch "unsere Franzosen". Nachdem sie sich gefreut haben uns zu sehen, naja, dann freuten wir uns eben auch :-). Bei dem strengen Hospitalero traut sich eh keiner aus der Reihe zu tanzen :-). Nach dem gemeinsamen Abendessen, haben alle mitgeholfen die Bude wieder auf Hochglanz zu bringen, das war eine echte Gaudi. Obwohl fast alle Pilger in einem großem Saal untergebracht wurden, war die Nacht sehr erholsam. Gestern war es bereits bewölkt, heute Früh leichter Regen, bald darauf begann es zu schütten :-(. Der Weg wurde in kurzer Zeit zu einem Bach. Zum Glück gabs keinen Lehmboden, sondern hauptsächlich Wiese. Also stapften wir tüchtig im "Sumpf" herum, Vorteil, die Schuhe sind jetzt sauber. Als der Weg neben der Bundesstraße entlang ging, wurde die dann zu unsere besten Freundin für diesen Tag. Waschelnass kamen wir nach Aldea del Cano. In der Bar war großes "Pilgertreffen", um das Wasser aus den Schuhen zu leeren und natürlich auch um die Baucherln zu füllen. Nach der Pause hörte der Regen auf und es gab sogar etwas Sonne. Wir blieben aber weiterhin auf der Straße und sahen deshalb zwei wunderschöne Schlösser, wobei das eine wohl zu einem Restaurant umgestaltet wurde? Sind in einer kleinen, netten Herberge, wo leider nicht alle unterkommen konnten. Noch schnell die Wäsche waschen und die Sonne nützen. Nachdem diese trocken war, begann es wieder heftig zu regnen, so ein Glück. Die Schuhe denken wir, werden es leider bis morgen nicht schaffen, trocken zu werden. Viel zu schauen gibt es heute nicht, denn auch der Ort ist ein Kleiner, außerdem ist Sonntag und er ist wie ausgestorben. Also werden wir heut lümmeln. Baba sagen O + R  OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA

1 Kommentar


Tag 11

Aljucén - Alcuéscar 19,7 km (254,7 km) 24.410 Zuerst einen recht herzlichen Dank an unseren Admin bzw. Pauzi der immer unsere Bilder einstellt, da unser Programm es nicht zulässt. Ein sehr netter, kleiner Ort, mit einer großen netten Kirche. Haben in der Nacht herrlich geschlafen, überhaupt war es gestern noch sehr gemütlich. Eine entspannte Pilgeratmosphäre ist wieder eingekehrt :-). Das war wirklich eine gefundene Ausnahmegruppe, wir haben die Franzosen sonst nie so schreiend erlebt. Fast 20 km ging's heute durch einen Naturpark, bisher der schönste Weg, finden wir. Wieder begleiten uns Steineichen, bunte Blumen, Granitbrocken und Rinderherden. Jede Kuh hat sein Junges, das sich fleißig an die Milchversorgung ranmachte. Ein Kälbchen rannte uns nach, wollte mit uns spielen, bitte uns zuliebe nicht, die Mama wurde bereits aufmerksam. Zwei Bullen mitten am Weg fanden uns völlig uninteressant. Die Steineichen lichteten sich, kilometerlang hauptsächlich Lavendel und kleine Sträucher mit gelben Blüten. Später kam dichtes Gebüsch mit weißen Blüten dazu, alles zusammen eine wahre Pracht. Bei einem alten Granitkreuz bot sich eine Pause an, wo's uns dann a bissi zu kalt wurde, außerdem begann es zu regnen, also weiter mit uns. Heute schlafen wir in einem Kloster mit strengem Regiment :-). Wir werden einzeln eingewiesen, von 14:30 bis 17:00 ist Mittagspause, das Tor wird um 21:30 geschlossen und um 7:30 erst wieder geöffnet. Um 18:00 ist eine Klosterführung, anschließend eine Pilgermesse mit Pilgersegen und danach gemeinsames Abendessen. Wir lassen uns überraschen. Wäschewaschen sparen wir uns heute, die wird uns bei dem finsteren Himmel sowieso nicht mehr trocken. Hin und wieder dürfen Pilger etwas riechen. Müssen plaudern, haben eine Salzburgerin getroffen :-). Liebe Grüße aus unserer schönen Unterkunft  O + R

Kloster in Alcuéscar für Kranke, Arme und Pilger

4 Kommentare


Tag 10

Torremegía - Aljucén 34,8 km (235 km) 41.413 Hola! Der Weg nach Mérida, zuerst neben der Autobahn und Bundesstraße, später dann auf einem Feldweg mit Weingärten, mehr gibt es da nicht zu berichten. Mérida, die Hauptstadt der Extremadura, kann einige beeindruckende, römische Ruinen vorweisen. Die Stadt hat den Beinamen "Spaniens Rom". Wir wurden von einer Römerbrücke empfangen, ab in die Stadt mit uns, schnell in eine Bar gefallen, mit Blick auf die Ruine einer arabischen Burg und entspannt. Noch eine Weile in der Stadt gebummelt, eingekauft, denn in unserem Zielort schließt der Laden um 14 Uhr und danach war die Stadtlust wieder einmal verschwunden. Vorbei beim römischen Aquädukt, die einstige Wasserversorgung von Mérida. Auf einer Anhöhe hatten wir einen wunderschönen Blick auf den größten römischen Stausee, dahinter viel grün und danach die Berge, die wir wahrscheinlich überqueren werden? Belohnung war der Weg entlang vom Stausee, er ist heute ein Erholungsgebiet, was uns störte, es gibt dort kein einziges Bankerl :-(. Der weitere Weg führte durch Blumenwiesen mit Steineichen, Kuh und Schafweiden. Zwischendurch Asphalt, später ein schöner Sandweg, der uns an die Insel Rab erinnerte. Bald müsste man das Meer rauschen hören :-). Statt dessen kamen wir in ein Dorf mit Bankerl, auch nicht schlecht. Beim Kirchturm umkreisten sieben Störche, mit lautem Geklapper das Nest, Streit? Noch ein Stückerl und wir sahen das Dorf Alcuésar, unser heutiges Ziel. Noch schnell unsere Schutzengerl auf den Rucksäcken um zwei Betten gebeten, denn in der Herberge gibt es davon nur 15. Wir kommen an und "completo". Die nächste Herberge ist fast 20 km weiter. Die Hospitalera ist nicht da, egal wir gehen nicht weiter und wenn wir auf den Boden schlafen, auch wurscht. Und dann geschah die Schutzengelfunktion. Die Hospitalera kam, sperrte ein Privatzimmer auf und wir schlafen wieder einmal in einem Zweibettzimmer, wie schön ist das denn :-). So, wir müssen Futter fassen, Grüße von O + R

Aquädukt Los Milagros in Mérida
Römerbrücke in Mérida
Stausee von Proserpina

2 Kommentare


Tag 9

Villafranca de los Barros - Torremegía 27 km (200,2 km). 33.924 Hallo ihr Lieben! Gestern hat uns ein Franzose noch pantomimisch erklärt, was uns mit dem ungarischen Ehepaar in unserem Zimmer etwartet. Leider war alles richtig. Um 21 Uhr das Licht abdrehen, geht gar nicht. Er, hat geschnarcht wie ein Weltmeister, geht auch nicht. Um 5 Uhr früh die Discobeleuchtung in Form der Stirnlampen anmachen, das geht schon überhaupt nicht. Um 6 Uhr war Tagwache, also was sollen wir da noch im Bett. Nach dem Frühstück ging's in der Dämmerung durch die Stadt. Abzweig auf eine Schotterstraße, wo mehr Verkehr wie auf einer Autobahn war. Da haben wir ganz ordentlich Staub gefressen. Kurz war das Vergnügen auf einem Feldweg aber die Schotterstraße blieb uns erhalten. Ansonsten war es heute die unendliche Geschichte. Endlose Weite, endlos Weingärten, endlos Olivenhaine, endlose Ebene und ein endloser Weg in jede Richtung. Keine Wasserstelle, kein Schatten am Weg. Wir hatten uns für die Pause einen Olivenbaum ausgesucht und von der Ferne die erschöpften Pilger beobachtet. Im Buch vom Otto steht theatralisch: "Am Horizont flimmert Torremegïa einer Fata Morgana gleich, die man nie erreicht" :-). Wir haben die Stadt, wegen der ungemütlichen Pause schnell erreicht, sind aber ziemlich froh, die "Wüste" der Via de la Plata geschafft zu haben. Die heutige Herberge ist in einem ehemaligen Adelspalast aus dem 15. Jh., sehr edel. Wir wollen uns  zwar morgen Merida anschaun aber dann weitergehn, da wir von den  vielen Franzosen fliehen wollen. Einzeln sind sie ja lieb aber in der Gruppe nicht auszuhalten, so extrem laut. Wir lassen uns kulinarisch verwöhnen, keine Lust auf zusätzliche Schritte, O + R

Herberge in Torremegía, ein ehemaliger Adelspalast

1 Kommentar


Tag 8

Zafra - Villafranca de los Barros 20,3 km (173,2km)  24.128 Buenos tardes! Wie gewohnt sind die Spanier sehr freundlich, herzlicher Empfang in jeder Herberge. Dunkle Wolken am Morgen. Als wir den Himmel so betrachten, deutet uns eine alte Spanierin, dass es heute keinen Regen geben wird. Na dann, auf ins Vergnügen. Über einen Berg kommen wir in die Stadt Los Santos de Naimona, vorbei an einer sehr schönen Kirche. Dicke gelbe Pfeile auf der Straße, lotsen auch den fast Blinden den Weg hinaus. Weiter dann auf einem Feldweg, der bei Regen die wahre Freude sein muss. Wir sahen ca. 10cm tiefe, eingetrocknete Fußabdrücke, da würde man sicher an Größe gewinnen. Fast schnurgerade ging es durch Olivenhaine und Weinberge. Otto ist fasziniert, weil immer alles so "zusammen geräumt ist". Rast bei der Ruine einer ehemaligen Ölmühle, mit Blick auf unser Ziel, das uns sehr nahe scheint. Unten auf der Straße, eine Angabe von 3 km. Der Herr Jakob hat aber anderes mit uns vor. Er lässt die Pilger über einen Berg, die Stadt umrunden. Na ja, wir verzeihen, waren heut eh nicht so viele Kilometer. Wurden in einer neuen, extrem sauberen und urgemütlichen Herberge aufgenommen, wo uns noch dazu die Wäsche gewaschen wird, so ein Luxus. Ich lümmle auf einer Bettbank, schreibe den Blog und Otto widmet sich auf der Terasse, seiner Pfeife. Bis morgen  O + R OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA

1 Kommentar


Tag 7

Fuente de Cantos - Zafra 24,9 km (152,9 km)  31.307 Hallo zusammen! Zuerst einmal recht herzlichen Dank für die netten Komentare. Wie immer freuen wir uns darüber die Haxen aus:-). Die gestrige Herberge, alle Achtung. Ein junges Paar "schupft" den ganzen Laden, mitsamt Frühstück und Abendessen. Beim Menü gabs 5 Vorspeisen, 5 Hauptspeisen und 4 Nachspeisen zur Auswahl. Wie soll man das nennen, Pilger-Gourmet ? Der heutige Weg war durchgehend eben, eine ganz andere Perspektive  zur Weite, auch schön. Die Schweinderln sind nicht mehr freilaufend, noch immer schwarz aber ordentliche Trümmer. Weiterhin gabs Getreidefelder, dazu kamen noch Weinreben. Sonst gibts heut nix spannendes zu berichten. Pause in Puebla de Sancho Pérez mit unserer Droge Café und Cola, dazu Riesen-Bocadillos, ein Schwätzchen mit den Einheimischen, Herz was willst du mehr. Bald waren wir in Zafra, eine der ältesten und traditionsreichsten Städte der Extremadura. Auf dem Dach unserer Herberge, wohnt auf dem alten Glockenturm, wieder eine Storchenfamilie :-). Eine Familie mit Baby, 11 Monate, schläft heut hier, sie wollen auch nach Santiago. So eine Sensation, wir treffen auf dem Camino den ältesten und den jüngsten Pilger. Werden noch die Altstadt durchforschen und den Palast aus dem 15. Jahrhundert, heute ein Hotel, begutachten. Genießen die Sonne und das Treiben der Menschen. Bis morgen, O+R

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Palast in Zafra, heute ein staatl. Parador-Hotel
         OLYMPUS DIGITAL CAMERA 

1 Kommentar


Tag 6

Monesterio - Fuente de Cantos 20,8 km (128km)  26.761 Hallo zusammen! Juhu, meine Brille ist wieder aufgetaucht. Drei mal dürft ihr raten wer die eingepackt hat :-). Saukalt war es gestern in der Herberge und auch die Dusche, brrrrr. Der Oberschnarcher hat sich am Nachmittag scheinbar ausgetobt. In der Nacht war eine angenehme Ruhe, keiner ist heute vor 7 Uhr aufgestanden. Der Weg führte uns zuerst durch die Stadt, gleich danach gab es eine Abzweigung in die Natur. Heute sahen wir selten Tiere, dafür Getreide, Ackerbau und eine herrliche Weite. Die Städte deren Häuser alle weiß sind, glänzen direkt in der Sonne. Bis jetzt haben wir die Städte immer sauber erlebt und auch der Weg und die Umgebung, alles sehr gepflegt. Von einer Anhöhe sahen wir bereits unser "glänzendes" Ziel. Die Herberge heute, wunderschön, in einem ehemaligen Kloster und wir haben wieder einmal ein Zweibettzimmer ergattert :-). Sitzen gerade bei Café con Leche und süßen Teilchen im Garten, die Beine hochgelagert und schreiben den Blog. Über uns klappert Familie Storch und füttert ihre Jungen. Schade, dass wir nicht mehrere Fotos einstellen können. Werden uns aber Mühe geben um das zu ändern, mit Gottes bzw. Pauzis Hilfe. So, wir müssen genießen, später dann einkaufen und Stadt schaun. Schönen Nachmittag wünschen O + R

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
in Fuente de Cantos

1 Kommentar


Tag 5

Almaden de la Plata - Monesterio 35 km (107,2 km). 46.208 Hola! Gestern ist Dieter, unser 88jähriger Held  auch noch angekommen, alle Achtung. Uns geht es gut, haben keine Blasen oder sonstige Wehwehchen. Nur halb blind bin ich (Renate), da ich meine Lesebrille angebaut hab. Die Fussis waren nach dem langen Hatscher zwar nicht begeistert aber auch nicht extra beleidigt. Es ging heute weiter mit einem  hügeligen, schönen Wanderweg, einige steile Abschnitte waren auch wieder dabei. Durch Weidetore, da die Tiere alle freilaufend sind. Wir sahen Pferde, Schafe, Ziegen und die iberischen Schweine. Alle haben Kinderleins, so herzig. Die iberischen Schweine sind dunkelhäutig, schlank und fressen hauptsächlich die Eicheln von den Steineichen. Das Fleisch von denen ist fettarm und sehr geschmackvoll. Wir haben es gestern getestet und können dies bestätigen. Schnell waren wir in El Real de la Jara, das Ziel von einigen unserer Gruppe. Es war 11:00, viel zu zeitig für die Herberge, also nur einer Pause und Ultreia. Bald überschritten wir die Grenze zur Extremadura, die Piste wurde breiter und es ging leicht aber stetig bergauf. Eine Pilgerin war noch unterwegs, sonst sahen wir heute niemanden. Bei einer Furt mit wenig Wasser und rutschigem Untergrund, hatten Otto und ich einen "Synchronsturz" :-). Leider ohne Zuseher, hätte sicher Applaus gegeben. Das letzte Stück dann weniger schön, auf einem Weg neben der Bundesstraße bis zum Ziel. In der Herberge schnarcht bereits einer ganz heftig, direkt zum Fürchten. Irgendwie empfinden wir alles unfreundlich in dieser Herberge. Die Stadt ist uns heute wurscht, zum Futter suchen haben wir keine Lust, also gibt es eine Grießnockerlsuppe, Mahlzeit sagen  O + R

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
die schwarzen iberischen Schweine fressen hauptsächlich die Eicheln der Steineichen 
 

2 Kommentare


Tag 4

Castilblanco de los Arroyos - Almadén de la Plata 30,4km (72,2 km) 39.656 Otto hat ein neues Spielzeug, einen Schrittzähler, Männer :-). Mehr Pilger als gedacht sind unterwegs, viele Franzosen. Heute sind einige mit dem Taxi bis zum Landschaftsschutzgebiet gefahren, da es 16 km nur  auf einer Landstraße dahinging. Wir fanden den Weg allerdings nicht so übel. Auf und ab, nur Natur, entfernt  ein paar Häuser, wenig Verkehr. Der Wettergott mag uns, er hat uns nur zu Beginn gezeigt, wie der Weg nach einem Regen sein kann. Blauer Himmel heute, Sonne aber nicht zu heiß, einfach herrlich. Der Eingang in den Naturpark war wieder durch ein Tor, viele Kilometer gab es ausschließlich Korkeichen und Blumen mit einer sattgrünen Wiese. Später dann durch einen Eukalyptus und Kieferwald, die Natur wurde karger, dafür haufenweise  Lavendel. Eine Aussicht hatten wir heute, einfach nur schön.  Nach 20 km eine Wasserstelle, mehr gab es nicht. Pause in der Wiese mit Käsbrot und Schüttelkaffee a la Rosa Maria und die Natur genossen. Das letze Stück, ein wirklich steiler Aufstieg, keuch, Augen kommen raus. Oben dann die Belohnung mit einem grandiosen Ausblick zurück zur gelaufenen Strecke und auf der anderen Seite winkt uns das Ziel. Haben heut für uns alleine ein Zimmer in der Herberge ergattert und wer will bekommt beim Hospitalero ein Essen. Wir  wollen und lassen uns überraschen :-). Müssen noch Stadt schaun und einkaufen, tschüss O + R

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Almadén de la Plata
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

2 Kommentare


Tag 3

Guillena - Castilblanco de los Arroyos 16,9km (41,8km) 22.374 Wir sind stocksauer und grantig auf unser I-Phone und auch auf uns. Haben keine Ahnung was da los ist aber es macht was es will. Entscheidet selbständig die Abstände und Zwischenräume, sendet die Fotos zu groß. Tut uns echt leid ist aber zur Zeit nicht zu ändern :-(. So, genug gejammert. Nach dem Frühstück ging es der Bundesstraße entlang bis zur Abzweigung zu einem schönen Wanderweg. Beidseitig Orangen und Olivenplantagen. Später dann durch ein Tor, direkt ins Paradies. Eine Blumenpracht, Kakteen, Palmen, Kork und Steineichen, zwischendurch Kuhweiden. Ein herrlicher Blick rundum ins Grüne, eine Ruhe, nur die Vögel sind zu hören. Der Weg, ein sandig-erdig-steiniger, leichtes auf und ab, so wie wir es mögen. "Tankstelle" gabs heute keine aber bei dem schönen Wetter war die Pause in der Natur wunderbar. Die letzten 4km, ein Weg neben der Bundesstraße bis zu unsererm Ziel. Wieder zwei Betten in einer, netten, gemütlichen Herberge ergattert, so kann es weitergehn finden wir. Wäsche ist gewaschen, wir auch, müssen nur noch a bissi Gegend schaun und Futter suchen. Schönen Tag wünschen O + R

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Naturparadies in Antalusien
   OLYMPUS DIGITAL CAMERA     

3 Kommentare


Tag 2

Sevilla - Guillena 23,9km   Schritte 30.861 Hallo Ihr! Sevilla ist die Hauptstadt von Andalusien, also mussten wir schon noch a bissi Stadt schaun. Angeblich "wieder einmal die schönste Stadt" in Spanien (im Vorjahr war das laut Buch San Sebastian:-) ). Wirklich eine schöne Innenstadt mit einer prächtigen Kathedrale. In früheren Zeiten stand da eine Moschee, von der nur das Minarett übrig blieb und heute als Glockenturm dient. Die gelben Pfeile führten uns tadellos aus der Stadt. Noch ein kleines Stück durch einen nicht so schönen Abschnitt und wir sahen bereits entfernt, die schöne Strecke in der Natur. ABER, durch den vielen Regen gestern und auch in der Nacht, ging die "Piste" eine gefühlte Ewigkeit durch einen Gatsch sondergleichen. Eine Rutschpartie und ein Steckenbleiben im Schlamm, dass es schon wieder lustig war. Diesmal freuten wir uns richtig auf den Asphalt. Nächstes Hindernis, eine gefüllte Furt. Wir wollten uns gerade die Schuhe ausziehen, als uns ein Einheimischer einen kleinen Umweg zeigte. Dort war zwar mannshohes Gestrüpp aber als nette Wiener haben wir den Franzosen den Vortritt gelassen :-). In Santiponce gleich in die erste Bar gefallen. Durch die Stadt eine Orangenallee, wirklich schön und noch nie gesehen. Am Ende der Stadt haben wir die Ruinen einer einst römischen Stadt besucht (Italica). Am Weg hinaus dann große Freude. Beim Eingang standen Dieter und Andreas vom Pilgerforum, Vater und Sohn. Der Papa ist 88 Jahre. Sie haben vor, bis Santiago zu gehen. Eine tiefe Verbeugung war notwendig. Aus der zweiten Furt, eigentlich eine Grube, am Grund Wasser und Schlamm, hat Otto der Gentleman, eine ganze "Fuhr" Pilger (mich natürlich auch) herausgezogen, sonst wären wir wohl alle im Dreck versunken. Bald sahen wir ganz nah, die weißen Häuser von Guillena. Leider eine optische Täuschung, denn es war dann doch noch ein langer Marsch. Wurden am Stadteingang von der Hospitalera nett empfangen. Sie kümmerte sich um unsere verdreckte Wäsche und drückte uns, für die "zubetonierten" Schuhe, Bürste und Wasser-Schlauch in die Hand, sehr fürsorglich fanden wir. Das erste Pilgermenü haben wir intus, ich aß erstmals Sprotten (winzige Heringe), die von mir fein säuberlich filetiert wurden :-). Noch Haxen hochlagern und nachdenken, tschüss bis morgen O + R

bald nach Sevilla, ein ordentliches Gatsch rutschen, macht einem...
...gleich ein Stück größer 🙂
röm. Ruinen von Itálica in Santiponce
   

2 Kommentare


Via de la Plata Tag 1

Wien - Barcelona - Sevilla (Flug) Hola! Juhu, wir sind gut, mitsamt unseren Rucksäcken  angekommen. Sind uns gleich a bissl "eingegangen", haben die Herberge nicht gefunden, letztlich ist uns das aber doch, mit Hilfe der netten Einwohner gelungen. Tagsüber dürfte es heftig geschüttet haben, in Sevilla steht das Wasser, zum Glück es ist warm. Noch gar nicht berichtet, wir besitzen neue, sehr leichte Rucksäcke, mal sehn obs zur Freundschaft reicht. Ahja und neue Schutzengerl haben wir auch von unserer Tochter bekommen, damit uns jemand bewacht. Fotos gibt's heute keine, war ja schon finster. Wir sind hundemüde und haun uns jetzt aufs Ohr.                                                                                                                                    Buenas noches sagen O+R  

Kathedrale von Sevilla
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
in Sevilla
   

1 Kommentar


Hallo zusammen

Wir danken euch recht herzlich für die guten Wünsche 🙂 Stehen in den Startlöchern und die gestrige Gelassenheit ist dahin. Das Wandern ist des Homzas Lust, das hat uns meine Mama heute am Telefon vorgesungen :-). Na ja, zumindest einmal im Jahr stimmt es. Beim Wiener "rundumadum" Weg haben wir unsere Fussis wieder an die "Treter" gewöhnt. Otto der Angeber hat natürlich wieder Neue. Für mich müssen die ganz Alten reichen :-). Steigen in Barcelona um und hoffen, dass in diesem Jahr unsere Rucksäcke das auch machen. Um 20:40 landen wir in Sevilla und dann buen camino für uns, heute nur bis zu unserer Herberge Triana Backpackers ;-). Liebe Grüße von O+R

unsere neuen Gossamer Rucksäcke
Glücksbringer von unserer Tochter
       

5 Kommentare


On the road again

Da sie nicht fanden was sie suchten, sind sie wieder unterwegs! Otto und Renate gehen wieder einen Jakobsweg. Diesmal die Route "Via de la Plata". Am 15. April 2015 geht's wieder los! So, stay tuned! Der Admin

9 Kommentare

Ein Gedanke zu „2015

  1. Hallo ihr Zwei
    Ich habe mich bei euch eingeloggt und werde eure Reise verfolgen. In drei Jahren wird mein Mann pensioniert. Dann laufen wir zusammen los. Ich freue mich schon jetzt. Ultreja LG Gitte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Translate »